Tagesblindheit (garch. Nyktalopie) nennt man den Zustand, wenn das Sehvermögen bei voller Tagesbeleuchtung stark herabgesetzt, dagegen bei gedämpfter Beleuchtung besser oder ganz normal ist. Die T. kann ihren Grund haben entweder in Anomalien des Auges, die eine abnorm starke Einwirkung des Lichts auf den nervösen Sehapparat gestatten (Albinismus, abnorme Weite der Pupille u. s. w.), oder in einer krankhaft gesteigerten Lichtempfindlichkeit der nervösen Elemente, die eben- sowohl die Folge einer überblendung, als einer lange dauernden Lichtentziehung sein kann.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 445Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei