Tänaron hieß bei den Alten die südlichste Spitze der westlichern Halbinsel Lakoniens (. Sparta) und des griech. Festlandes überhaupt. Außer dem eigentlichen, jetzt Kap Matapan genannten, fast ganz aus schwarzgrauem Marmor bestehenden Vorgebirge bezeichnete der Name auch den 6km langen südlichsten Teil der genannten Halbinsel, der nur durch einen schmalen, von den Buchten Marinari und Porto-Quaglio (bei den Alten Achilleshafen und Psamathus) bespülten Isthmus mit dem Hauptstocke derselben zusammenhängt. Dieses T. im weitern Sinne war besonders berühmt durch das an der jetzt Kisternäs (die Cisternen) genannten Bucht, südlich von Porto-Quaglio, gelegene Heiligtum des Poseidon, welches von einem als Asyl für flüchtige Verbrecher dienenden Hain umgeben war, und bei dem sich eine als Eingang zur Unterwelt betrachtete Höhle und Totenorakel befand. Endlich hieß auch eine nordwärts von T. an der Westküste der größern Halbinsel auf der Stelle des letzigen Dörfchens Kyparissos gelegene Ortschaft, die wenigstens in der röm. Kaiserzeit gewöhnlich Kaenepolis (Reustadt) genannt wurde, in Aktenstücken die Stadt der Tänarierv».