Tanered, einer der ausgezeichnetsten Helden des ersten Kreuzzugs, war ein Verwandter, wahrscheinlich Neffe Bohemunds von Tarent aus dem Geschlecht Tancreds (s. d.) von Hauteville. Er nahm 1096 mit Bohemund das Kreuz und zeichnete sich auf dem Zuge durch große Tapferkeit, aber auch durch Unbotmäßigkeit und Eigenmächtigkeit aus. Dem Lehnseid, welchen Bohemund dem Kaiser Alexius leistete, entzog er sich, indem er verkleidet über den Bosporus setzte. Nach dem Siege bei Doryläum, wo T. große Tapferkeit bewies, bemächtigte er sich in Cilicien der Stadt Tarsus, welche er aber Balduin überlassen mußte, und gewann dann Mamistra, wo es zum offenen Kampfe zwischen ihm und Balduin kam. Doch versöhnten sie sich wieder, und vor Antiochien zeichnete sich T. durch rastlose und kühne Bekämpfung der Mohamnedaner aus. Bei der Erstürmung von Jerusalem 5. Juli 1099 war er unter den ersten welche in die Stadt eindrangen, allen voran beim Morden st und Plündern. An der Schlacht bei Askalon n 12. Aug. nahm er tapfern Anteil und gewann dann efür sich Tiberias und das Fürstentum Galiläa. 5Nach Gottfrieds Tode suchte er vergeblich die Nachnfoige seines Feindes Balduin mit Gewalt zu hinndern; da Bohemund von den Sarazenen gefangen d war, übernahm T. die Verteidigung des Fürstentums Antiochien. Bohemund, 1103 befreit, ging „1104 nach Apulien, um Hilfe zu werben, die er „aber, statt nach Antiochien, gegen die Griechen führte. Nach seinem Tode 1108 wurde T. Fürst von Antiochien und bewegte sich fortwährend in „heldenmütigen Kämpfen, die aber wegen ihrer Planlosigkeit nur geringen Erfolg hatten. Doch behauptete er sich glücklich und tapfer gegen alle Angriffe und erweiterte die Grenzen seines Fürstentums, bis er 1112 starb. Er ist von seinem Zeitgenossen Radulf von Caen als Spiegel aller Ritterschaft gepriesen und noch mehr von Tasso idealisiert. Vgl. B. Kugler, Boemund und T., Fürsten von