FeedTanzsucht oder Tanzwut
Sport & SpielBrockhaus 1882

Tanzsucht oder Tanzwut, epidemische Volkskrankheit des Mittelalters, die sich darin äußerte, daß Tausende, von religiösem Wahnsinn ergriffen, lange tanzten, bis ihnen Schaum aus dem Munde quoll, Zuckungen sich einstellten und der Unterleib E unförmlich aufschwoll. Zuletzt geschah das Tanzen gemischten Reihen, und häufig gesellten sich zu den Tanzsüchtigen Bettler und Abenteurer, um unzescheut wilden Lüsten zu fröhnen. Die stärksten sehr Spidemien werden aus den I. 1021, 1278, 1375 Rüt ind 1418 berichtet. Vgl. Hecker, Die Tanzwut, mit ine Volkskrankheit im Mittelalter (Berl. 1832). dete gelegene, aber sehr verfallene, (1881) 3189 C. zähende Stadt in der Provinz Messina, an der Ostküste Siciliens, welche die Stelle des alten Tauromenion einnimmt. Sie ist durch ihre Altertümer, namentlich durch das vortrefflich erhaltene, auf einer ins Meer vorspringenden Landzunge oberhalb der Stadt gelegene Theater, eine der schönsten Ruinen Siciliens, berühmt. Die alte Stadt, welche ihren Namen dem Berge Tauros (ietzt Monte-Toro), an dessen Abhange sie lag, verdankt, wurde 396 v. Chr. nach der Zerstörung der am Meeresufer gelegenen siculischen Stadt Naxos durch Dionyios I. von den Siculern gegründet; im J. 358 vereinigte hier Andromachos alle Überreste der frühern Bevölkerung von Naxos. Die Stadt gelangte bald, besonders durch den Handel, zu hoher Blüte, erlitt dann unter der Herrschaft der Römer mehrere schwere Schläge und wurde erst durch etavian, der eine rom. Kolonie hinführte, wieder gehoben. Im Mittelalter fiel sie in die Hände der Sarazenen, welche sie vollständig zerstörten und denen sie durch Graf Roger wieder entrissen wurde. Das Theater ist nicht nur durch das noch teilweise erhaltene Bühnengebäude interessant, sondern auch durch die herrliche Aussicht, die man von der Höhe des Zuschauerraums auf T., den Atna, die Küsten von Sicilien und Calabrien hat. Oberhalb T. liegt das Kastell di Mola mit herrlicher Aussicht. T. wird auch als klimatischer Kurort benutzt. ao-sze, chinef. Sekte, s. unter Laotse. Tapajoz/ rechtsseitiger Nebenfluß des Amazonenstroms in Brasilien, entsteht aus den beiden großen Quellarmen Juruena und Arinos in der Provinz Matto Grosso. Der Rio Juruena entspringt im NO. der Stadt Matto Grosso auf der Serra dos Parecis, der Rio Arinos nordöstlich von Diamantino auf dem Arinosplateau. Nach der Vereinigung der beiden Quellflüsse bildet der T. unterhalb Taguaralzinho zwischen den Mündungen seiner beiden rechtsseitigen Nebenflüsse Rio Säo-Joao de Barra und Rio Säo-Thome eine Reihe von Katarakten, deren oberster Salto Augusto und deren unterster Salto de Säo-Simäo heißt. Diese ür die Schiffahrt nicht benutzbare, etwa 100 km ange Strecke beabsichtigt man für den Verkehr hurch den Bau einer Landstraße zu umgehen. Vom . südl. Br. bis zur Einmündung des Rio Crepore rechts) bildet der T. die Grenze zwischen den Proinzen Matto Grosso (östlich) und Amazonas (westich), der genannte Rio Crepore scheidet Matto zrosso (südlich) von Graäo Para (nördlich); in letzre Provinz tritt der T. nach Aufnahme des Creore ein, bildet oberhalb Itaituba die beiden ntern Fälle (Caxoeira de Apué), wird von hier us auf 330 km mit Dampfschiffen befahren und ündet, nachdem er sich unterhalb Sta.⸗Cruz id Aveiro fast seenartig erweitert hat, nach Taparelli (CLuigi), Jesuit, Bruder von Roberto Azeglio (s. d.). [Bahia (s. d.). Taparica, Tapayaxin (Phrynosoma orbiculare, Tafel: eptilien 1, Fig. 10), auch Krötenechse, eine r sonderbare, bis 16 em lange und über dem cken fast 14 em breit werdende mexik. Eidechse t kurzem, dickem Schwanze, kurzem, abgerunem Kopfe und mit kurzen, festen Stacheln an den Seiten, auf dem Rücken und Kopfe. Der T. ist in allen Bewegungen sehr langsam und träge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 470Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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