FeedChorea (grch.)
Sport & SpielBrockhaus 1882

Chorea (grch.), Tanzkrankheit, soviel wie Veitstanz (s. d.). Auch versteht man darunter gewisse psychische, in das Bereich der Geisteskrankheiten gehörende Exaltationszustände, welche sich durch Tanzlust und tanzähnliche Bewegungen kundgeben. Das bekannteste Beispiel hierfür bietet die im 11., 13. und 14. Jahrh. epidemisch grassierende Tanzwut, bei welcher Tausende in religiöser Schwärmerei und Wahnsinn so lange tanzten, bis ihnen Schaum aus dem Munde quoll, Zuckungen sich einstellten und der Unterleib unförmlich aufschwoll, welch letztern Zufall man durch Binden und Bearbeiten desselben mit Faustschlägen und Fußtritten behob. Hierher gehören auch der sog. Taranteltanz der Äpulier, die religiösen Tänze der Derwische, sowie der sog. Schüttlersekten in Nordamerika. Vgl. Hecker, Die Tanzwut, eine Volkskrankheit im Mittelalter» (Berl. 1832).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 343Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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