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GeschichteBrockhaus 1882

Tarsus, die Hauptstadt Ciliciens, am Flusse Kydnos, war eine Zeit lang der Sitz eigener, von der pers. Oberherrschaft abhängiger Könige und gelangte zu besonderm Ruhm und Glanz, als sich unter der Herrschaft der Seleuciden (s. d.) viele Griechen hier niederließen und eine höhere Lehranstalt für Philosophie und Grammatik gründeten, die um den Beginn unserer Zeitrechnung in ihrer größten Blüte stand. Antonius oder Augustus gewährte der Stadt das Recht der sog. freien Städte, und auch mehrere der spätern Kaiser erwiesen ihr besondere Gunst. Sie war auch der Geburtsort des Apostels Paulus, der hier seine Bildung erhielt. Allmählich sank sie in ihrem Wohlstande und litt besonders durch die Einfälle der Isaurer und westl. Barbaren, blieb aber dennoch im Mittelalter in Ansehen, und noch jetzt ist TLersus, im Vilajet Adana mit etwa 12000 E., die bedeutenden Handel treiben, eine ansehnliche Stadt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 483Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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