Tiberias, eine einst sehr bedeutende und historisch denkwürdige Stadt der Provinz Galiläa in Palästina, am westl. Ufer des Sees Gennezareth, der daher auch den Namen See von Tiberias erhielt, wurde in der ersten Hälfte des 1. Jahrh. n. Chr. von Herodes Antipas dem Kaiser Tiberius zu Chren erbaut. Zwar wurde sie bald darauf bei Unterdrückung der empörten Juden von Vespasianus eingenommen, war aber nach der Zerstörung erusalems noch mehrere Jahrhunderte lang der Sitz einer berühmten jüd. Akademie, wo die Mischna (s. Talmud) zusammengestellt wurde. Eine besondere Wichtigkeit erlangte sie im Mittelalter während der Kreuzzüge, denn sie galt in dieser Zeit als eins der festesten Bollwerke der Kreuzfahrer, und Tancred stiftete hier zu Anfang des 12. Jahrh. ein eigenes Fürstentum. Allein die Christen erlitten in den Ebenen unweit T. durch Saladin 4. Juli 1187 eine gänzliche Niederlage, welche die Zerstörung der Stadt zur Folge hatte. Am 1. Jan. 1837 wurde T. durch ein Erdbeben von neuem verwüstet und hat jetzt 2— 3000 E., zur Hälfte Juden und Mohammedaner. Der heutige Name ist Tabarisie.