Taubmann (Friedr.), ein durch Geist und Witz ausgezeichneter Gelehrter, geb. 15. Mai 1565 (getauft am 16. Mai) zu Wonsees bei Bayreuth, wurde auf den Schulen zu Kulmbach und Heilsbronn, dann von 1592 an auf der Universität zu Wittenberg gebildet und erhielt auf der letztern 1595 die Professur der Dichtkunst und schönen Wissenschaften, die er bis zu seinem Tod, 24. März 1613, bekleidete. Wegen seiner Fertigkeit im Dichten und seines heitern Humors wurde er häufig an den kurfürstl. Hof gerufen und fand in den höhern Kreisen der Gesellschaft freundliche Aufnahme. Auch war er fast der einzige, der die humanistischen Studien, welche damals in Sachsen infolge der unfruchtbaren theol. Streitigkeiten immer mehr zurückgedrängt wurden, wieder zu beleben suchte, die Verirrungen seiner Zeit mit den Waffen des Ernstes und Spottes bekämpfte und durch seine Vorlesungen wie durch seine Schriften auf eine gründliche Beschäftigung mit der Sprache hinwies. Einen glänzenden Beweis dieser rühmlichen Bestrebungen liefern außer der HDissertatio de lingua Latinay (Wittenb. 1602 u. öfter) seine Ausgaben des Virgilius (Wittenb. 1618) und besonders des Plautus (Wittenb. 1605; 3. Aufl. 162¹½. Seine witzigen Einfälle und Aussprüche erschienen später unter dem Titel Taubmannianay (Frankf. u. Opz. 1707), zuletzt von Ortel (Münch. 1831). Val. Brandt, (Glänzende Taubenflügel, d. i. Leben T.35 Gopenh. 1675); Ebert, Leben und Verdienste Friedrich T. (Eisenb. 1814); Genthe, Friedrich T. als Mens und Gelehrterv (Lpz. 1859): H. L. Schmitt, Nar ratio de Friderico Taubmanno adolescente (2. Aufl., Lpz. 1861); Ebeling, Zur Geschicht der Hofnarren. Friedrich T.o (Lpz. 1882). art, s. unter Ballota. infolge ihrer Taubheit stumm geblieben sind. Si sind zu unterscheiden von denen, welche wohl hören aber nicht sprechen können, weil ihre Sprachorgan (Zunge, Gaumen, Stimmbänder u. f. w.) fehler haft gebildet sind, und ebenso sind sie nicht mit jener Unglücklichen zu verwechseln, die infolge des Blödsinns stumm sind. Die Taubstummen sind in den meisten Fällen bildungsfähig und besitzen mit seltenen Ausnahmen fehlerfreie Sprachorgane. Sie vermögen demnach auf künstlichem Wege mit Hilfe der Augen und des Gefühls die Wortsprache zu erlernen. Je geringer der Einfluß ist, den der Mangel des Gehörsinns auf den übrigen Körper ausübt, indem hauptsächlich nur das gänzliche Unterlassen es artikulierten Sprechens die Respirationsorgane nicht hinreichend kräftigt oder übermäßige Anstrengung häufig Krankheiten derselben erzeugt, desto größer ist dieser Einfluß auf den Geist. Das Gehör ist der Zeit und dem Werte nach das erste Mittel zur geistigen Bildung; denn die Vorstellungen, welche Gesicht und Gefühl geben, wirken nicht so tief auf die Seele ein, wie die durch das Gehör erzeugten. Während der Blinde durch sein Gehör jede Idee vom übersinnlichen zu fassen vermag, die ihm von außen zugeführt wird, erhält der