Freinsheim (Joh.), deutscher Philolog, geb. 16. Nov. 1608 zu Ulm, entwickelte schon frühzeitig außerordentliche Fähigkeiten, studierte erst zu Marburg, hierauf zu Gießen, wo er mit dem Studium der Rechte das der Philosophie und der Litteratur verband, und wendete sich dann später nach Straßburg, um zugleich von hier aus die Bibliotheken I Lobren besuchen und benutzen zu können. Eine at. Lobrede auf Gustav Adolf machte ihn wegen ihrer eindringenden Beredsamkeit und schönen Schreibart bekannt, sodaß er 1642 als Professor der Staatswirtschaft und Beredsamkeit nach Upsala berufen und 1647 von der Königin Christine zum Bibliothekar und Historiographen in Stockholm ernannt wurde. Da ihm aber das Klima nicht zusagte, folgte er dem Rufe als Honorarprofessor an der Universität zu Heidelberg, wo er 30. Okt. 1660 starb. Durch mehrere Ausgaben lat. Klassiker, namentlich aber durch die glücklichen Ergänzungen der verlorenen Bücher des Curtius und Livius hat er sich als tüchtigen Gelehrten gezeigt; dagegen ist sein deutsches Epos auf den Herzog Bernhard von Weimar (Deutscher Tugendspiegel, oder Gesang von dem Stamm und Thaten des alten und neuen Herculeso, Straßb. 1639) längst vergessen. reis, s. Frais. reisassen, s. unter Freigut.