FeedGruber (Joh. Gottfr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gruber (Joh. Gottfr.), verdienter deutscher Schriftsteller und Gelehrter, geb. 29. Nov. 1774 zu Naumburg an der Saale, besuchte die dortige Stadtschule und studierte seit 1792 10 Leipzig anfangs vorugsweise WMashepiat Philologie und Geschichte, später auch Mathematik und Naturwissenschaften. Nach einem kurzen Aufenthalt in Göttingen wandte er sich aufs neue nach der We wo er die Schriften aüber die Bestimmung des Menschenv (Zür. u. Lpz. 1800; 2. Aufl. 1809) und Versuch einer pragmatischen Anthropologiev (Opz. 1803) veröffentlichte. Nachdem er sich 1803 in Jena habilitiert, war er eine Zeit lang bei der Redaction der von Eichstädt begründeten Litteraturzeitunge thätig und gab mit Danz die «Charakteristik Herderso (Lpz. 1805) ber aus. Bald darauf siedelte er nach Weimar über, wo er zu Herder, Goethe und Wieland in nähere Beziehungen trat. Hier —7 1 er auch: «Geschichte des menschlichen Geschlechts aus dem Gesichtspunkte der Humanitäty (2 Bde., Lpz. 1806), Wörterbuch der AÄsthetik und Archäologie (Bd. 1, Weim. 1810) und „(Wörterbuch der altklassischen lerhielter (3 Bde., Weim. 1810—15). Im J. 1811 erhielt er eine Professur an der Universität zu Wittenberg; 1813 übernahm er das euben l über die aus dem von den Russen und Preußen blockierten Wittenberg nach Leipzig geflüchteten wittenberger Studierenden, und hier beteiligte er sich am (Conversations-Lexikono und bearbeitete Wielands Leben⸗ (2 Bde., Opz. 1815—16). Nach der Schlacht bei Leipzig wurde ihm der Auftrag in Blüchers Haupt-t quartier zu reisen, um die in eschlag genommene Bibliothek der Universität Wittenberg zu retten, was ihm auch gelang. 9910 der Teilung Sachsens i sandte ihn der akademische Senat nach Berlin, um z wegen der Vereinigung der Universität Wittenberg mit der zu Halle zu unterhandeln. Gegen Ende 181⁵ trat G. die Professur der Philosophie in Halle an. Mit Ersch (f. d.) verband er sich nach Hufelands Tode zur Herausgabe der «Allgemeinen Encyklopädie der Wissenschaften und Künster, deren erste Sektion er nach Erschs Tode vom 18. Bande an allein weiter führte. Auch wurde er an Erschs Stelle Mit-Auf Göschens Veranlassung besorgte er die Ausgabe von Wielands Sämtlichen Werkeno (1818 28), der er eine neue, vollständigere Biographie des Dichters beifügte. Außerdem übernahm er die dritte Ausgabe der Synonymik der deutschen Sprachey von Eberhard und Maaß (6 Bde., Halle 1826—30), die ihm gehaltvolle Bereicherungen verdankt. Auch vollendete er nach Herausgabe der Oden Klopstocks⸗ (2Bde., Lpz. 1831) die von Jacobs begonnene Schrift „Aug. Herm Niemeyer. Zur Erinnerung an dessen Leben und Wirken» (Halle 1831). Mit der Biographie seines 6.510 August Lafontaine (Halle 1833) beschloß G. die Reihe seiner Schriften. Er starb 7. Aug. 1851.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 550Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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