Tauchnitz (Karl Christoph Traugott), Gründer einer namhaften deutschen Verlagsbuchhandlung, geb. 29. Okt. 1761 zu Großpardau bei Grimma als Sohn eines Schullehrers, lernte in Leipzig bei Sommer die Buchdruckerkunst und bildete sich dann bei Unger in Berlin weiter aus. Von 1792 bis 1796 bekleidete er bei seinem ehemaligen Lehrherrn die Stelle eines Faktors und gründete hierauf eine Buchdruckerei, mit welcher er 1798 eine Verlagsbuchhandlung und 1800 eine Schriftgießerei verband. Im J. 1809 erschienen in seinem Verlage die ersten Bände seiner Sammlung klassischer Autoren, welche durch die Schönheit und Wohlfeilheit ihrer Ausstattung weite Verbreitung fanden. eben einigen Prachtausgaben veranstaltete er 1825 eine Preisausgabe von Homer, mit Vorrede von G. Hermann, welche durch größte Genauigkeit sich auszeichnete; dieselbe wurde dadurch erreicht, daß er für Nachweisung eines jeden Druckfehlers einen Dukaten als Preis ausgesetzt hatte. Besondere Erfolge erzielte er durch die Stereotypie, welche er zuerst 1816 in Deutschland nach Stanhopes Me-Ume einführte. Auf diese Weise ließ er die bei ihm erscheinenden Klassiker, Bibeln in deutscher und fremden Sprachen, den Koran in der Ursprache und verschiedene Musikwerke, was noch nie versucht worden war, herstellen. T. starb 14. Jan. 1836. Sein Geschäft wurde von seinem Sohne Karl Christian Philipp T. (geb. zu Leipzig 4. März 1798) fortgeführt und zwar hauptsächlich in der philologischen Richtung durch Herausgabe stereotypierter Textausgaben griech. und lat. Klassiker. Im J. 1865 zog er sich von den Geschäften zurück, welche durch Verkauf in verschiedene andere Hände kamen. Das Verlagsgeschäft ging in seinen Hauptteilen in den Besitz von O. Holtze über, der es unter seinem Namen fortführt. T. starb 16. April 1884 und hinterließ sein bedeutendes Vermögen seiner Vaterstadt Leipzig zur Errichtung einer Stiftung für gemeinnützige und wohlthätige Zwecke, nachdem er schon bei Lebzeiten durch bedeutende Stiftungen sich als großherziger Menschenfreund erwiesen hatte.