Storch (Ludw.), deutscher Schriftsteller, geb. 14. April 1803 in Ruhla im Thüringerwalde, besuchte die Gymnasien zu Gotha und Nordhausen und begann 1823 in Göttingen das Studium der Theologie und Philologie, das er, schon verheiratet, seit 1825 in Leipzig fortsetzte. Doch wurde er mehr und mehr zu schriftstellerischer Thätigkeit gedrängt, die er seit 1828 zu Stuttgart in Verbindung mit Spindler betrieb. Seit 1830 wieder in Gotha lebend, führte er 1840 den lange gehegten Plan aus, eine eigene Buchdruckerei und Verlagshandlung zu gründen, welcher aber in einen langwierigen Konkursprozeß auslief. Körperliche Leiden und Verlust des Gehörs trübten mehr und mehr seine Lage. Seit 1850 lebte er in Georgenthal und Waltershausen am Thüringerwalde, bis er sich 1855 nach Bayreuth wandte, wo er in der Altstadt auf einer kleinen Besitzung Landwirtschaft trieb. Doch schon 1856 ging er nach Oberungarn, von wo er 1857 auf Veranlassung des Buchhändlers Ernst Keil nach Leipzig übersiedelte. Hier 1858 ohne Angabe eines Grundes polizeilich ausgewiesen, lebte er einige Zeit auf einem von ihm erkauften kleinen Anwesen in der Nähe Bambergs und hielt sich dann in Regensburg, in Holstein und Würzburg auf, bis er sich 1866 als Pensionär der Schiller-Stiftung in dem Flecken Kreuzwertheim am Main niederließ, wo er nach einiger Zeit am Grauen Star erblindete und 5. Febr. 1881 starb. Unter der großen Anzahl seiner Romane und Novellen, die auch in einer Auswahl gesammelt erschienen (31 Bde., Lpz. 1855—62), sind besonders die historischen nicht ohne Verdienst. Unter diesen sind zu nennen „Kunz von Kauffungen» (3 Bde., Lpz. 1827), «Der Freiknecht » (3 Bde., Lpz. 1830), Marx von Eigl» (3 Bde., Lpz. 1844), „Ein deutscher Leineweber » (9 Bde., Lpz. 1846—49), »Leute von gestern (3 Bde., Lpz. 1853), „Die Königin v (4Bde., Lpz. 1858 fg.) u. s. w. Die Sammlung von S.s «Gedichten »(Lpz. 1854) enthält mehrere vorzügliche lyrische Dichtungen. Seine Vorliebe für sein Heimatsland Thüringen bekundete er unter anderm in der »Thüring. Chronike (Gotha 1841— 43) und in dem „Wanderbuch durch den Thüringerwalde (2. Aufl., Gotha 1851). Sein Poetischer Nachlaße wurde herausgegeben von A. Ziegler (Eisenach 1882). [Pelargonie.