Tavaunnes (Gaspard de Saulr de T.), Marschall von Frankreich, geb. zu Dijon März 1509, kam 1522 an den Hof, begleitete König Franz I. 1524 nach Italien und ward mit ihm bei Pavia gefangen. Auch später, besonders in den Feldzügen 1542—45, beteiligte er sich an den Kämpfen gegen Karl V. und Heinrich VIII., so im April 1544 an der Schlacht bei Cerisola. Im J. 1552 Feldmarschall geworden, nahm er Metz durch einen Handstreich, wirkte zur Eroberung Verduns mit und entschied 1554 die Schlacht bei Renti. Hiernach residierte er einige Jahre als Generalstatthalter der Bourgogne zu Dison; 1558 nahm er an der Eroberung von Calais teil; 1559 war er Schiedsrichter in dem Turnier, bei dem Heinrich II. ums Leben kam. Im Hugenottenkriege bekämpfte er aufs entschlossenste die Aufständischen in Dauphiné, Provence und Lyonnais, deren Statthalterschaft er bekommen hatte. An den Siegen von Jarnae und Monteontour (1569) hatte er wesentlichen Anteil; er ward dafür im November dieses Jahres Marschall von Frankreich. Immer der Königin Mutter nahe stehend, war er Mitwisser ihrer Pläne in der Bartholomäusnacht, deren große Excesse er übrigens zu hemmen suchte. Die Belagerung von La Rochelle 1573 war seine letzte Waffenthat. Krank geworden, ließ er sich auf das Schloß Sully in der Bourgogne tragen, wo er 19. Juni 1573 starb.