FeedTecklenburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Tecklenburg, Kreis im preuß. Regierungsbezirk Münster, mit dem Hauptort gleichen Namens, bildete sonst einen Teil der alten Reichsgrafschaft Tecklenburg, die nach Aussterben der Grafen von T. 1556 an die Grafen von Bentheim nebst der damit verbundenen Reichs⸗ und Kreisstimme gefallen war. Die 1609 entstandene Linie Bentheim-T. trat 1699 das Schloß und drei Vierteile der Grafschaft T. an die Grafen von Solms-Braunfels ab. Diese verkauften T. 1707 an die Krone Preußen, die auch die übrigen Teile der Grafschaft durch Vergleich mit dem Grafen von Bentheim-T. an sich brachte, jedoch 1729 dem Grafen den Titel und das Wappen von T. zugestand, nebst dem Successionsrechte in der Grasschaft T., wenn Preußen in mänalicher und weiblicher Linie ausstirbt, während Preußen, wenn Bentheim-T. ausstirbt, in der dem Hause Bentheim gehörigen Grafschaft Hohenlimburg nachfolgt. — Der Kreis Tecklenburg, welcher außer der Grafschaft T. noch die Obere Grafschaft Lingen umfaßt und 1885 auf 812 qkm 47422 E. zählte, ist der einzige im Regierungsbezirk Münster mit bergiger Bodenbeschaffenheit und mit überwiegend evang. Bewohnern. Es zieht sich in denselben das nordwestl. Ende des Teutoburgerwaldes hinein mit dem Ibbenbürener Steinkohlengebirge. Die Kreisstadt Tecklenburg, 31½5 km von Münster auf dem Teutoburgerwalde gelegen, zählt 897 E., ist Sitz des Landratsamts, eines Amtsgerichts, hat zwei Kirchen, eine Tabaksfabrik, Schloßruinen und das Erbbegräbnis der Grafen von T. Bedeutender ist Ibbenbüren (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 517Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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