Steinfurt, eine ehemalige reichsunmittelbare Grafschaft im Westfälischen Kreise, jetzt zum preuß. Regierungsbezirk Münster gehörig, ist eine der standesherrlichen Besitzungen der Fürsten von Bentheim-Steinfurt, die schon seit dem 15. Jahrh. im Besitz des Hauses Bentheim war. Der Hauptort Steinfurt oder richtiger Burg-Steinfurt, eine Kreisstadt an der Aa und der Linie Münster-Enschede und Duisburg-Quakenbrück der Preußischen Staatsbahnen, 30 km von Münster, ist Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat ein fürstl. Bentheimsches Schloß mit vielen Merkwürdigkeiten und schönem Park, Bagno genannt, zwei evang. und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein evang. Gymnasium mit Realgymnasium, ein evang. und ein kath. Krankenhaus und Bierb (1885) 4311 E., die sich hauptsächlich mit Bierbrauerei, Eisengießerei, Färberei und Tabals⸗ und Cigarrenfabrikation beschäftigen. — Der Kreis Steinfurt, aus der gleichnamigen Grafschaft und Gebieten des vormaligen Hochstifts Münster zusammengesetzt, aus denen die Standesherrschaft Salm-Horstmar und das Fürstentum Rheine-Wolbeck gebildet worden sind, zählt auf 770,5 gkm (1885) 51071 C. An der Vechte liegt das ehemalige Stift Langenhorst, jetzt Schullehrerseminar und Taubstummeninstitut.