Tegetthoff (Wilh., Freiherr von), ausgezeichneter österr. Admiral, besonders berühmt durch den Seesieg bei Lissa (20. Juli 1866), geb. 23. Dez. 1827 zu Marburg in Steiermark, Sohn eines Oberstlieutenants, wurde im Marinekollegium zu Venedig zum Seemann gebildet und trat 1845 als Marinekadett in den aktiven Dienst. Bei der Blockade von Venedig 1848 war er als Offizier beteiligt, und 1852 avancierte er zum Linienschiffslieutenant. Als solcher kommandierte er 1854—55 ein österr. Schiff vor der Sulinamündung, um daselbst während des Orientkriegs die Ordnung aufrecht zu halten. Als Korvettenkapitän befuhr T. 1857—58 die Küsten des loten Meers und des Golfs von Aden in Begleitung zeuglins. Hierauf erhielt er 1858 das Kommando er Korvette Friedrich neer und an den marokk. Küsten kreuzte. Als Adutant des Erzherzogs Ferdinand Mar begleitete er iesen 1859 nach Brasilien. Im J. 1860 erfolgte L.3 Avancement zum Fregatten⸗ und 1861 zum inienschiffskapitän. Als Befehlshaber der österr. Sscadre in der Nordsee lieferte T. 9. Mai 1864 in Zemeinschaft mit einigen preuß. Schiffen den Däien das Seegefecht bei Helgoland. Einige Tage darauf (12. Mai) erfolgte seine Erhebung zum Konreadmiral. Hierauf kreuzte er im Adriatischen und Rittelländischen Meere und wurde beim Ausbruch des Kriegs zwischen Osterreich und Italien 1866 mit dem Kommando der österr. Flotte im Mittelmeer betraut. Er erschien zuerst vor Ancona und besiegte 20. Juli bei Lissa (s. d.) die ital. Flotte unter Admiral Persano. Dieser glänzende Erfolg T.s wurde am folgenden Tage mit seiner Ernennung zum Vizeadmiral belohnt. Im J. 1867 erwirkte T. in Meriko die Auslieferung der Leiche des Kaisers Maximilian. Seit 6. März 1868 war T. Oberbefehlshaber der österr. Marine und Chef der Marinesektion des Reichskriegsministeriums, daneben lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses, in welchem er zur liberalen Verfassungspartei gehörte. Er starb 7. April 1871 zu Wien. Seine eiche wurde später nach Graz gebracht und 29. Okt. 1872 in der Familiengruft daselbst beigesetzt. Denkmäler wurden ihm in seiner Vaterstadt Marburg (enthüllt 10. Juli 1883), in Wien (vor der Votivkirche) und in Pola (enthüllt 20. Juli 1877) gesetzt. Ad. Beer gab heraus laß» (Wien 1882). — Sein Bruder, Albrecht von T., geb. 1841, Professor an der Marine-Akademie zu Fiume, gest. 21. Juli 1871 zu Graz, war einer der bedeutendsten Mathematiker und Hydrographen Osterreichs. — Ein anderer Bruder, Karl, ur Zeit des Todes seines Bruders Oberst, diente im österr. Regiment König der Belgierv in Holstein, ebenso 1866 mi 1873 Generalmajor, tion in Bosnien eine schalllieutenant. Inf erschoß er sich 30. Mai 1881 zu Lienz in Tirol.