Teisserene de Vort (Pierre Edmond), franz. Staatsmann, geb. zu Chäteauroux (Depart. Indre) 17. Sept. 1814, trat in die Polytechnische Schule zu Paris und verließ dieselbe 1835 als Ingenieur bei der Tabaksverwaltung. Er beschäftigte sich dann mit der Eisenbahnfrage und veröfsentlichte Lettres sur une mission en Angleterres (1834), Rapport au ministre des travaux publicso (1843), Statistique des voies de communication de Francen (1845), Htudes sur les voies de communicationsv (2 Bde., 1847). Das Depart. Herault wählte ihn zum Deputierten. Im J. 1848 kehrte er ins Privatleben zurück und war einer von den Stiftern der Eisenbahnkompagnie Paris-Lyon⸗ Mediterranée. Im J. 1871 wurde T. in die Nationalversammlung gewählt, wo er anfangs im rechten Centrum, später im linken Centrum seinen Sitz nahm. Er votierte die Abschaffung der Verhannungsgesetze und das Ganze der republikanischen Staatsverfassung. Thiers berief ihn 23. April 1872 ins Ministerium des öffentlichen Arbeitswesens. Am 24. Mai legte jedoch T. sein Staatsamt nieder und trat auf die Seite der konservativen Republikaner. Im Jan. 1876 wurde er zum Senator gewählt und übernahm 9. März 1876 das landwirtschaftliche und Handelsministerium, welchen Posten er jedoch 17. Mai 1877 niederlegte. Im Ministerium Dufaure vom 14. Dez. 1877 übernahm er dasselbe Portefeuille, legte es jedoch nieder, als, infolge des Wechsels in der Präsidentschaft der Republik, 5. Febr. 1879, Waddington an Stelle Dufaures an die Spitze des neukonstituierten Kabinetts trat. Er wurde dann zum franz. Botschafter in Wien ernannt, aber im April 1880 von diesem Posten abberufen. [Lerdo de Tejada. Tejada (Sebastian), mexik. Staatsmann, s. Tejas, Staat, s. Texas. Tejas, ausgezeichneter ostgot. Feldherr, wurde nach des Königs Totilas Tode in der Schlacht bei Taginos (Juli 552 n. Chr.) von den noch länger gegen die Oströmer fechtenden Goten zu Ticinum zum König gewählt. Er zog sich nach Cumä in Campanien, wo sein Bruder Aligern stand; nach längern Kämpfen mit Narses am Fuße des Vesuvs kam es auf dem Mons Lactarius zu dem letzten Hauptkampfe, der an den Untergang der Nibelungen in der Heldensage erinnert. T. selbst fand durch einen Speerwurf den Tod (im Sept. 552), als er nach acht Stunden langem Gefecht den Schild wechseln wollte, in welchem zwölf Wurfspeere hingen. Tejo heißt in Portugal der Tajo (s. d.).