Say (Jean Baptiste Leon), franz. Finanz⸗ und Staatsmann, Sohn des vorigen, geb. 6. Juni 1826 in Paris, widmete sich dem Studium der Nationalökonomie und schrieb für das Journal des Economisteso und das «Journal des Débats . Infolge seiner Verheiratung mit Fräulein Bertin wurde er Miteigentümer des zuletzt genannten Journals. Am 8. Febr. 1871 zum Abgeordneten des Seine-Departements in die Nationalversammlung gewählt, schloß er sich hier dem linken Centrum an. Im Juni 1871 zum Seinepräfekten und im Dez. 1872 zum Finanzminister ernannt, bekleidete er dieses letztere Amt bis ans Ende der Präsidentschaft von Thiers (24. Mai 1873) und nahm sodann seinen Platz wieder im linken Centrum. N. das am 10. März 1875 vom Marschall Mac-Mahon gebildete Kabinett trat er wieder als Finanzminister ein, mußte aber, weil er bei den Senatorwahlen 30. Jan. 1876 als Oppositionskandidat sich wählen ließ, aus dem Buffetschen Ministerium treten. Im Kabinett Dufaure vom 9. März 1876 und in dem Simonschen vom 12. Dez., in dem neuen Ministerium Dufaure vom 14. Dez. 1877 und in dem Waddingtonschen vom 4. Febr. 1879 leitete er abermals das Finanzministerium. Am 25. Mai 1880 wurde er zum Präsidenten des Senats gewählt, nachdem er eben erst zum Botschafter in London ernannt worden war, übernahm 30. Jan. 1882 im Kabinett Freycinet aufs neue die Finanzen und trat mit demselben 29. Juli 1882 wieder zurück. S. hat mehrere namhafte nationalökonomische Arbeiten verfaßt, unter andern: Histoire de la caisse d'escompter (1848) und «Rapport sur le payement de l'indemnité de guerren (1874). Im Dez. 1874 wurde S. zum Mitglied der Akademie gewählt. Säyana, berühmter ind. Gelehrter aus dem 14. Jahrh. n. Chr., welchem zu fast allen Teilen des Veda (s. d.), aber auch zu andern Werken der spätern Sanskritlitteratur Kommentare zugeschrieben werden. In Europa ist er namentlich bekannt durch seinen Kommentar zum Rig-Vedao, herausg. mit dem Text von Max Müller (6 Bde., Lond. 1849—74). Zwölf Hymnen mit dem Kommentar des S. du Winzisch (Lpz. 1883) heraus. Saybusch (Lywiec), Stadt im westl. Galizien, liegt in einer durch landschaftlichen Reiz ausgezeichneten Umgebung an der Nordseite der Beskiden am Solaflusse, der zur Weichsel geht, ist Knotenpunkt der Galizischen Transversalbahn (Linien nach Zwardon und Sandec), in welche hier der Nordbahnflügel Dzieditz-S. einmündet, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 4296 E. poln. Zunge. Schloß und Park des Erzherzogs Albrecht sind sehenswürdig, ebenso dessen Industriewerke: Liqueurfabrik, , Spodium⸗ und Knochenmehlfabrik, Fabrik für Fourniere, Parketten, Bürstenhölzer. Sayce Archibald Henry), engl. Sprachforscher und Assyriolog, geb. zu Shirehampton bei Bristol 25. März 1846, empfing seine erste Erziehung zu Bath, wurde 1865 Scholar in Orford, 1871 zum Priester ordiniert und erhielt 1876 die Professur [der vergleichenden Philologie in Oxford. Seine [Gesundheit zwang ihn häufig im Winter mildere Klimate aufzusuchen; er bereiste seit einigen Jahren Nordafrika und Kleinasien und beschäftigte sich eingehend mit den sog. hithitischen undaramäischen und trojanischen Altertümern. Außer Beiträgen in den (Transactions of the society for biblical archaeologys gab er zuerst ein Assyrian grammaro namentlich mit Hinblick auf Sprachvergleichung heraus (Lond. 1871), dann eine andere Grammar of Assyrian languagen (1875) und Assyrian lecturesv (1877), sowie Contributions to essays on the endowment of research (1876), Untroduction to the science of languages (1879) und «On the inscriptions of Vano (1883). Sayda, Saida, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Freiberg, auf einer kahlen, auf allen Seiten frei liegenden Anhöhe des Sächsischen Erzgebirges, 668 m über dem Meere, Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1885) 1581 evang. E. und hat Flachsbau und Schuhmacherei. S. kam 1253 von Böhmen an die Markgrafschaft Meißen und brannte 1842 fast gänzlich ab.