FeedTelephos
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Telephos, der Sohn des Herakles und der Auge (s. d.), Gemahl der Argiope, der Tochter des Teuthras, war Nachfolger des letztern in der Herrschaft Mysien. Als auf dem Zuge gegen Ilios die Hellenen in Mysien einfielen, kämpfte T. gegen sie und trieb sie zurück, wurde aber dabei von Achilleus verwundet. Wegen Heilung dieser Wunde fragte T. das Orakel und erhielt zur Antwort, daß nur der, der ihn verwundet, sie heilen könne. Er begab sich deshalb zu dem Agamemnon, raubte den Orestes und drohte, diesen zu töten, wenn man ihm nicht helfe. Da den Hellenen von dem Orakel verkündet worden war, daß sie ohne des T. Leitung nicht nach Ilios gelangen würden, so verglich man sich, und Achilleus heilte die Wunde mit dem Rost seines Speers. In Arkadien, wo er einen heiligen Hain auf dem Berge Parthenion hatte, und in Pergamon wurde T. als Heros verehrt. Außer andern Darstellungen der Sage von T. hat man solche in dem einen kleinern Friese von Pergamon gefunden, dessen Könige von Schmeichlern zu Nachkommen des T. und so des Herakles gemacht wurden, und dessen Einwohner sich Telephiden nennen ließen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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