Telephotographie, Fernlichtschreibekunst. Mit diesem Worte bezeichnet man Vorrichtungen, um Schriften oder Abbildungen mittels elektrischer Telegraphie in der Ferne reproduzieren zu können. Die ursprüngliche Idee einer T. reicht bis 1847 zurück und ist zuerst von Bakewell angegeben. Nach dem Bakewellschen Prinzip hat Bidwell 1881 versucht, nicht bloß Abbildungen auf Zinnfolie, sondern jedes beliebige Bild in der Ferne reproduzieren zu können. Er modifizierte zu dem Zwecke die Bakewellsche Vorrichtung derart, daß die Aufgabetrommel hohl angefertigt und eine feststehende Selenzelle in derselben angebracht wurde. In den Mantel der Aufgabetrommel ist ein feines Loch gebohrt. Wird auf diesen Mantel mit Hülfe einer optischen Vorrichtung ein kräftig erleuchtetes Bild projiziert, so werden die Strahlen desselben auf die Selenzelle treffen, sobald das Loch in der Trommel die betreffende Stelle des Bildes passiert. Dadurch wird die Selenzelle, je nachdem das Loch über die Lichter oder Schattendes Bildes hinweggeht, stärker oder schwächer beleuchtet, ihr Leitungswiderstand entsprechend mehr oder weniger vermindert, infolge dessen der Telegraphierstrom, in welche die Selenzelle eingeschaltet ist, bei der Drehung der Trommel verstärkt oder geschwächt. Diese Veränderungen markieren sich auf der Empfangstrommel, welche mit dem elektrochemisch zersetzbaren Papier überzogen ist, indem hier durch Wirkung des Stroms das Papier mehr oder weniger intensiv durch die den Strom zuführende Nadel der Bake wellschen Vorrichtung gefärbt wird. Bidwell führ durch die Empfangstrommel und Nadel zwei ent gegengesetzte Ströme, den Telegraphierstrom und den Lokalstrom, die sich einander das Gleichgewich hielten, wenn die Selenzelle intensiv beleuchtet war sodaß in solchem Falle keine Färbung des Em pfangspapiers eintrat. Erst wenn der Hauptstrom durch Passierung dunklerer Stellen des Originalbildes geschwächt wurde, trat diese Färbung in. folge des überwiegens des Lokalstroms ein. Einfacher würde sich die Sache gestalten, wenn man nach H. W. Vogel statt eines positiven, ein negatives Bild auf die Aufgabetrommel projizieren würde. Es genügte dann der Telegraphierstrom allein, um die gewünschte Abwechselung von Licht und Schatten auf der Empfangstrommel zu erzeugen.