Temuikow, Kreisstadt im russ. Gouvernement Tambow, 359 km im NNW. von der Gouvernementsstadt, an der schiffbaren Mokscha, mit 13696 E. T. hat Eisengießereien und Fayeneefabriken, sowie Handel mit Holz, andern Waldprodukten, Getreide und Flachs. Tenipe (d. h. Einschnitt) nannten die alten Griechen Bolfer die von den Byzantinern Lykostomo (Wolfsrachen), von den Türlen Bogaz (Engpaß) genannte, durch ihre mit großartiger Wildheit verbundene Anmut mit Recht berühmte Thalschlucht im nordöstl. Thessalien, welche sich, vom Peneios durchströmt, in der Länge von 6 km zwischen den meist ganz schroff abfallenden Felswänden des Olympos und den Abhängen des Ossa hinzieht. Der Fluß fließt in stetem und ruhigem Laufe, hier und da eine kleine Insel bildend, bald breiter, bald durch die vortretenden Felsen in ein schmales Bett gedrängt, unter einem Laubdache mächtiger Platanen, durch welches die Sonnenstrahlen nicht durchdringen, hin. Seinem rechten Ufer folgt die alte Heerstraße, die an mehrern Stellen, wo auch die Abhänge des Ossa unmittelbar an den Fluß hinantreten, aus dem Felsen gearbeitet war. An einer breitern Stelle stand ein berühmter Altar des Apollon, nach welchem von Delphi (s. d.) aus alle acht Jahre eine Prozession Tlals“ wurde. Die militärische Wichtigkeit des hals, das den Haupteingang Thessaliens von Macedonien her bildete, war die Veranlassung zur Anlage verschiedener Kastelle zum Schutze desselben, unter welchen das am westl. Eingange oberhalb des linken Ufers des Peneios gelegene Gonnos das bedeutendste war. Vgl. Kriegk, Das thessalische T.o (Lpz. 1835). empel (lat. templum) heißt ursprünglich ein von einem Augur durch seinen Stab in vorgeschriebener feierlicher Weise am Himmel und auf der Erde abgegrenzter Raum. (S. Augurn.) Da auf dem zum Zwecke der Beobachtung der Auspicien abgegrenzten Raum oftmals Bauten errichtet und die meisten Heiligtümer von Göttern nur auf solchen Räumen angelegt wurden, so hieß dann im allemeinen jedes für gottesdienstliche Zwecke beiwunte Gebäude bei den Römern T., ein Name, der dann von ihnen auch für die Heiligtümer und heiligen Gebäude anderer Völker, namentlich der Griechen, in Gebrauch genommen und seither der allgemeine Name dafür geworden ist. Der T. stand regelmäßig auf einem Unterbau mit mehrern Stufen. Er hatte gewöhnlich einen rechteckig oblongen Grundriß und war an seinen Schmalseiten mit Giebeln (ursprünglich einem Vorrecht des T., welches keinem Profanbau zukam) versehen. Auf der Ostseite tritt man durch eine auf Säulen ruhende Vorhalle (Pronaos) in die Cella (Naos), an deren Westwand das verehrte Götterbild stand. Größere T. haben gewöhnlich noch eine 1 Halle (Opisthodomos). Oft war die Cella mit ihren Vorhallen noch von allen Seiten mit einer Säulenhalle umgeben (Peripteros). Beleuchtet wurden kleine T. durch die Thür, große durch eine ffnung im Dache (Hypaethros). Neuere wollten eigentliche Kulttempel und Agonaltempel unterscheiden, aber mit Unrecht. Im übrigen unterscheidet man nach der Plananlage eines T. den Antentempel, dessen Vorhalle außer auf Säulen auf vorspringenden Pfeilern ruhte, den Doppel-Antentempel (mit einer vordern und einer hintern Halle), den (Naos) Prostylos (mit einer Vorhalle auf Säulen allein), Amphiprostylos (mit zwei Vorhallen, einer vordern und einer hintern), Peripteros 7 einer umlaufenden Säulenhalle, s. Tafel: Baustile II, Fig. 2), Dipteros (mit einer umlaufenden doppelten Säulenhalle) u. s. w. Die röm. Tempel wurden unter griech. Einflusse ähnlich gebildet, doch gewöhnlich mit einigen durch die Vorschriften der Augurn herbeigeführten Abweichungen, namentlich pflegte die Vorhalle derselben tiefer zu sein, während die hintern Hallen wegblieben. (S. Baustile.) In der neuern Baukunst heißen T. die Gotteshäuser der Juden. (S. Synagoge.) Bei einigen Nationen konzentrierte sich die Kraft und Kunst in der Errichtung eines einzigen großartigen T. Besonders konnten sich die Israeliten nur Eine Stätte der Verehrung des Einen wahren Gottes denken und fanden darum den Vereinigungspunkt ihrer Religionsübung in dem T. zu Jerusalem, der ihnen zugleich der Mittelpunkt ihrer Vaterlandsliebe, ihr Nationalheiligtum wurde. Den ersten T. baute ihnen hier der König Salomo auf dem Berge Moria mit Hilfe phöniz. Meister. Es war (nach 2 Chron., Kap. 3 u. 4; Czech., Kap. 40—42) ein steinernes, rechteckiges Gebäude von 60 Ellen Länge, 20 Ellen Breite und 30 Ellen Höhe, an drei Seiten mit 90 Seitenzimmern umschlossen, welche in drei Stockwerken übereinander aufstiegen und zur Bewahrung der Schätze und Gerätschaften des T. dienten, an der vordern offenen Seite aber mit einer 10 Ellen breiten Vorhalle geziert, vor welcher sich in Weise der ägypt. Obelisken zwei eherne Säulen, Jachin und Boas (Baos) (d. h. Jahve stützet mit Macht), erhoben. Eine Flügelthür aus Olbaum- und Cypressenholz führte in das Innere. Dieses teilte sich in den Hinterraum von 20 Ellen Länge, Breite und Höhe, welcher das Allerheiligste hieß, die Bundeslade zwischen 2 Cherubsgestalten enthielt und durch eine Bretterwand aus Cedernholz mit einer Flügelthür von Olbaumholz nebst einem Vorhang von dem 40 Ellen langen Vorderraum oder dem Heiligen geschieden war, worin 10 goldene Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar standen. Beide mit Cedernbalken und Cedernbrettern bedeckte Räume waren an den Wänden, das Allerheiligste auch am Boden und an der Decke kunstreich mit Holzwerk (Cedern von Libanon) getäfelt. Dieses durfte nur von dem Hohenpriester am großen Versöhnungstage, das Heilige nur von den zum Tempeldienst bestimmten Priestern betreten werden. Das Tempelhaus umgab ein innerer Vorhof mit dem Brandopferaltar, dem Reinigungsbecken und andern Gerätschaften. Eine steinerne Einfassung und Stakete von Cedernholz schieden diesen Priesterhof von dem äußern für das Volk, den wieder eine Mauer mit einem Geländer umschloß. An der Stelle dieses durch die Babylonier zerstörten ersten T. bauten die aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten jüd, Stämme unter Serubabel einen zweiten von derselben Form, doch von geringerer Größe und Pracht. Herodes d. Gr. baute ihn nach einem größern Maßstabe um und umgab ihn mit drei terrassenförmig aufsteigenden Vorhöfen. Der untere derselben, 500 Ellen ins Gevierte, war auf drei Seiten von doppelten, auf der vierten südlichen von dreifachen Säulengängen, worunter östlich die sog. Vorhalle Salomos, umringt und hieß der Heidenvorhof, weil darin Menschen von allen Nationen verkehren durften. Diesen schied ein drei Ellen hohes steinernes Gitter von den innern Vorhöfen des T., deren äußerster gegen Osten den 135 Ellen ins Gevierte fassenden Raum bildete, wo die juüd. Frauen sich zur Andacht versammelten. Von da stieg man auf 15 Stufen, daher 15 Stufenpsalmen, durch 10 Thore zu dem großen Vorhof hinauf, und zwar zunächst zu der Abteilung für israel. Männer, und von da zu dem durch ein eisernes Gitter abgeschlossenen Vorhof des Tempelhauses selbst, welcher nur von den Priestern betreten wurde. In dessen Mitte stand, 12 Stufen höher, das Tempelhaus von weißem Marmor mit reicher Vergoldung, 100 Ellen lang und hoch, 60 Ellen breit, mit einer 100 Ellen hohen und breiten Vorhalle und drei Stockwerken Seitenzimmer, wie bei dem ersten T. Gemächer zu Versammlungen füllten das obere Stockwerk über der Decke des innern T. aus. Nach der Zerstörung durch Titus im Aug. 70 n. Chr. wurde der T. nicht wiederhergestellt. Ein dürftiges Nachbild desselben hatte der Priester Onias IV. schon um 150 v. Chr. zu Leontopolis in Agypten erbaut; doch wurde dieser turmähnliche T. bereits unter Vespasian wieder zerstört. Vgl. Bähr, «Der Salomonische T.s (Karlsr. 1848); Rosen,«Das Haram von Jerusalem und der Tempelplatz des Moria⸗ (Gotha 1866); Spieß, «Der T. zu Jerusalem nach Josephuso (Berl. 1880); Diepolder, „Der Tempeldau der vorchristl. und christl. Zeite (Lpz. 1881).