Tempelgesellschaft Temp elverein, deutcher Tempel), eine württemb. chiliastische Gemeinschaft, 1854 von Christoph Hoffmann gegründet zu dem Zwecke, sämtlichen bestehenden christl. Kirchen in dem sog. Tempel eine neue Gesellschaft entgegenzustellen, in der das ursprüngliche Christentum erneuert und die Menschheit auf die Wiederkunft Christi vorbereitet werden sollte. Nach anfänglich mißlungenen Versuchen, sich in Palästina niederzulassen, gelang es der T., seit 1868 die drei Niederlassungen Haifa, De und Sarona an der syr. Küste zu gründen, die im J. 1884 mit Einschluß einiger Kolonisten in Jerusalem 1300 Bewohner umfaßten. Die Leitung der Gemeinschaft, die in Jaffa ein Krankenhaus und eine höhere Schule besitzt und sich um die Bodenkultur unleugbare Verdienste erworben hat, war zuerst in den Händen von Hoffmann, Chr. Paulus und Hardegg, später ausschließlich in denen Hoffmanns und seit 1884 bei einem Ausschuß, an dessen Spitze jetzt Paulus steht. Hoffmann selbst, der immer mehr von seinen apokalyptischen Schwärmereien zu liberalen, rationalistischen Ansichten kam, starb 8. Dez. 1885. Das Hauptorgan der T. ist die aus der „Süddeutschen Wartey (seit 1844) entstandene „Warte des Tempelsv (seit 1877). Vgl. Hoffmann, Das Christentum im 1. Jahrh.v (Stuttg. 1853); derselbe, Occident und Oriento (Stuttg. 1875); derselbe, Mein Weg nach Jerusalemv (Stuttg. 1882).