Eichhorn (Paul), Historiker, geb. 1599 zu Eckau in Kurland,‚ studierte in Deutschland Theologie und wurde 1621 lettischer Pfarrer in Grenzhof, dann 1634 deutscher Prediger in Mitau und 1636 Superintendent von Kurland. In diesem Amte entwickelte er große Thätigkeit und wandte seine Aufmerksamkeit namentlich den Sitten und Gebräuchen der Letten zu. Er bestrebte sich, ihre religiösen Begriffe von den Überresten heidnischer Götterverehrung zu reinigen, und veröffentlichte seine «Widerlegung der Abgötterei und nichtigen Aberglaubenso (Riga 1627), dann seine Reformatio Gentis Letticae in Ducatu Curlandiaes (Riga 1636) und seine überaus wertvolle Historia letticad (Dorpat 1649). Vom Herzog Jakob von Kurland wurde E. nach Thorn abgeschickt zu der daselbst auf Veranlässung des Königs Wladislaus IV. von Polen veranstalteten freundlichen Beratung der verschiedenen Religionsparteien, wo er die Positiones theologorum Augustanae confessionis am 25. Okt. 1645 mit unterzeichnete. Er starb in Mitau am 8. Aug. 1655. Vgl. Kallmeyer in dem Werke: «über die religiösen Vorstellungen der alten Völker in Lett⸗ und Estlandoy (Riga 1857).