Tunker (von Tunken: Tauchen, Untertauchen, aeka Dunkarts oder Dunkers, holländ. Dompelaers) ist eine aus den preuß. Provinzen Rheinland und Westfalen (Solingen, Krefeld und Berleburg) stammende, im ersten Viertel des 18. Jahrh. entstandene Gemeinschaft prot. Christen, welche die Taufe stets durch dreimalige Untertauchung Erwachsener verrichten und Kindtaufe, Eid, Kriegsdienst, sowie Besoldung der Prediger verwerfen. Gegründet wurden sie von Christoph Hochmann aus Hochenau und Alexander Mack aus Schriesheim bei Mannheim. Viele Tunkerfamilien wanderten zwischen 1719—29, zunächst unter Peter Becker, nach Amerika aus, wo sie sich zuerst in Pennsylvanien niederließen und noch jetzt in diesem Staate, sowie in Maryland, Virginien, Ohio, Indiana, haben. und Jowa ihre blühenden Gemeinden aben. Man schätzt die Zahl ihrer Kirchen auf 250, ihrer Geistlichen auf 200 und ihrer Mitglieder auf 100 000. In Lehre, Verfassung, Gottesdienst und Sitten stimmen sie am meisten mit den Mennoniten überein. Ihr litterarisches Organ ist seit 1851 der (Gospel Visitoro, welches monatlich in Dayton in Ohio erscheint und 3000 Abonnenten hat. Die Siebentägner-T. sind mit den eigentlichen T. in Taufe und Abneigung gegen Gewalt eins, unterscheiden sich jedoch dadurch von ihnen daß sie der Mystik und dem Klosterleben huldigen und Sabbatarier sind. Ihr Stifter ist Konrad Beissel, der 1720 nach Amerika auswanderte und namentlich Ephrata in Pennsylvania zum Mittelpunkt seiner Thätigkeit machte. Jetzt gibt es nur noch einige Siebentägner zu Snowhill und Antieuder Thenewelzal Geschichte des christl. Lebens