Temperatür (lat.), heißt im allgemeinen die durch das Gefühl wahrnehmbare Wärme eines Körpers, im Gegensatz zu der latenten (gebundenen) und spezifischen Wärme. Wenn man Körper berührt, so unterscheidet man an ihnen durch das Gefühl bestimmte Zustände, welche man als heiß, warm oder kalt zu bezeichnen gewohnt ist. Als Ursache dieser verschiedenen Zustände sieht man die Wärme (s. d.) an, welche dem betreffenden Körper eigen ist. Durch Berührung oder Ausstrahlung sind die Körper befähigt gegenseitig Wärme aneinander abzugeben; findet ein solcher Ausgleich zwischen wei Körpern nicht mehr statt, so bezeichnet man eren T. als gleich. Zur Bestimmung der Höhe der T. hat man die verschiedensten Instrumente, welche man mit dem Namen Thermometer (s. d.) bezeichnet, konstruiert. Als Normalpunkte für die Bestimmung der T. hat man zwei Wärmezustände des Wassers ganz allgemein gewählt, welche sich jederzeit mit absoluter Schärfe wiederherstellen lassen, nämlich die T., welche das Wasser hat, wenn es eben aus der festen in die flüssige Form übergeht und diejenige, welche es zeigt, sobald es sich unter bestimmtem Luftdruck (760 mm) in Dampfform zu verwandeln beginnt, d. h. wenn es kocht.