Hypsothermometer oder Thermohypsometer nennt man höchst empfindliche Thermometer, deren man sich zum Höhenmessen bedienen kann; sie beruhen darauf, daß die aus dem siedenden destillierten Wasser sich erhebenden Dämpfe stets diejenige Temperatur besitzen, welche der Spannkraft gesättigter Dämpfe entspricht, die dem eben herrschenden Luftdrucke gleich ist, vorausgesetzt, daß die Kugel des Thermometers äußerst nahe der Oberfläche des im offenen Gefäße kochenden Wassers liegt. Bestimmt man also die Temperatur der Dämpfe, welche sich aus dem kochenden, chemisch reinen Wasser erheben, so kann man die Spannkraft, welche den gesättigten Dämpfen 4bei diesem Siedepunkte zukommen, für den eben stattfindenden Barometerstand setzen. Man kann er das Thermometer als Barometer gebrauchen und nennt es dann Barothermometer oder auch Thermobarometer. Es wird meist nur zum Höhenmessen (s. d.) verwendet, weil es viel kompendiöser und leichter transportabel als das Barometer ist. Dieser Grund war es eigentlich, der zu dessen Erfindung durch Fahrenheit (1724), sowie zu dessen vielseitiger Verbesserung antrieb. Von der Anwendung des Barothermometers zur Höhenmessung hat es eben den Namen H. erworben. Einer Anderung von 2,½ mm vom mittlern Barometerstande entspricht erst die Anderung von 0,1 C. beim Siedepunkte. An einem H. (s. beistehende Figur) müssen sich also sehr kleine Bruchteile von Graden noch mit Sicherheit ablesen lassen. Man erteilt daher der Röhre eines solchen Thermometers die gewöhnliche Länge, sorgt aber dafür, daß das Quecksilber erst bei 93“ in das Kaliber ss tritt, d. h. daß die Röhre nur den obern Teil der Thermometerteilung, d. i. von beiläufig 93 bis 101 C., erhält. Bei den vom Siedepunkte noch weit abliegenden Temperaturen erfüllt daher das Quecksilber nicht ganz die Kugel oder den Cylinder m des H. Dieses Prinzip kann mannigfach abgeändert werden (Verengerung der Röhre in den obern zwei Dritteln; mehrere Gefäße z. B. m und n in der Figur). Dem H. wird ein zweckmäßiger Kochapparat Lbeigegeben, der an der Decke eine genügend große Offnung H für den Abzug des ner Mült haben muß. Man kann das H. auch mit einer Millimeterstala versehen und berechnen, wie viele Millimeter einem Celsiusgrade entsprechen. So z. B. hat man derartige H., an welchen jeder Celsiusgrad 300 mm lang ist, und wo je 1 mm Anderung des Siedepunktes am Thermometer je 10 m Höhenunterschied bedeuten, indem die Höhenzunahme nahezu proportional der Abnahme des Siedepunktes ist.