Tenein (Claudine Alexandrine Guerin, Mar quise de), bekannt als Schriftstellerin und Reprã sentantin des feinern franz. Gesellschaftstons im 18. Jahrh., geb. 1681 zu Grenoble, verlebte ihre erste Jugend in Klöstern und ging 1714 heimlich nach Paris. Hier erwarb sie sich bald mächtige Freunde, und besonders war es Fontenelle, durch dessen Vermittelung sie vom Papste Entbindung von ihrem Gelübde erlangte. Sie ging mit d'Argenson, Bolingbroke, dem Marschall Uxelles u. a. wechselnde Verbindungen ein und benutzte ihr Verhältnis zum Regenten, zu Dubois und dem Finanzmann Law zu ihrem und ihrer Familie Vorteil. Unter den Kindern, die sie gebar, ist d'Alembert (. d.), als dessen Vater ein gewisser Destouches-Carron genannt wird, das berühmteste. Als in einem Duell, zu dem sie Veranlassung gegeben, einer ihrer Liebhaber getötet wurde, mußte sie auf einige Zeit (im April 1726) in die Bastille gehen. Seitdem trat eine Veränderung ihrer Lebensweise ein. Sie umgab sich mit den gesellschaftlichen und litterarischen Notabilitäten ihrer Zeit, von denen ihr besonders Fontenelle und Montesquieu sehr ergeben waren, und machte ihr Haus zum Mittelpunkt des feinen Salonlebens. Sie starb 4. Dez. 1749. T. schrieb mehrere Romane, von denen die „Mémoires du comteè de Comminges » der bedeutendste ist. Außerdem sind zu nennen: Le siége de Calais ov, Les malheurs de l'amour und die „Anecdotes de la cour et du rôgne d'Edouard II, roi d'Angleterrer, zu denen Madame Elie Beaumont eine Fortsetzung geliefert hat. Ihre Schriften wurden oft mit denen der Madame de Lafayette zusammen gedruckt, z. B. 4&euvres de Mesdames +. et Lafayette (7 Bde., Par. 1786), denen sie geistig verwandt sind. Unter die neuern Ausgaben ihrer &Oeuvres „ gehört die von Jay und Etienne 6 Bde., Par. 1825). encterer, ein westdeutsches Volk, welches, vor innern Gegnern weichend, bei seinem Zuge mit den Usipeten nach dem belg. Gallien am linken Ufer des Niederrheins 55 v. Chr. durch Julius Cäsar verräterisch angegriffen und geschlagen wurde. Nach dem rechten Ufer zurückweichend, fanden die T., wie die Usipeten, Aufnahme bei den Sugambrern, teilten als treffliche Reiter die Kämpfe gegen die Römer, erhielten zwischen Ruhr und Sieg ihre Sitze und erschienen später als ein Teil der Franken; manche T. zogen auch zu den Alamannen. Tendelti, Hauptstadt des ägypt. Sudaän, s. Fascher. Tendenz (lat.), die Absicht, in der man etwas e sagt oder thut; Tendenzroman, ein Roman, e welcher eine bestimmte Lehre aus der Politik, Re⸗ f ligion u. s. w. in Romanform einkleidet; ebenso 2 Tendenzst ücke, Schauspiele, welche ein anderes Interesse, als das rein künstlerische verfolgen. Tender, s. u. Lokomotive, Bd. XI, S. 158b.. Tendovaginitis (Irch.), die Sehnenscheidenentzündung, s. unter Sehnenscheiden.