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ErdkundeBrockhaus 1882

Terraeina, Stadt in der ital. Provinz Rom, Vezirk Velletri, an der Grenze des Compartimento Campania (Provinz Caserta), am Golf von Terracina des Mittelländischen Meeres, an und unter dem südwestlichen Ausläufer der Volskerberge (Monti Lepini), nahe dem Südostende der Pontinischen Sümpfe, an der Via Appia, besteht aus der malerisch an den steilen weißen Kalkwänden des Vorgebirges emporsteigenden Altstadt und der von Papst Pius VI. angelegten weitläufigen, aber menschenleeren Neustadt. Oberhalb der Altstadt dehnen sich die Ruinen der alten, den Küstenpaß nach Campanien beherrschenden volskischen Burg Anxur aus, unterhalb welcher sich am Ufer mit offener, erst in röm. Zeit in einen kleinen Hafen umgestalteter Reede die Stadt Tarracina ausdehnte, deren Name den ältern der Burg völlig verdrängt hat. T. wurde 400 v. Chr. von Rom erobert und 329 v. Chr. röm. Kolonie. Die Stadt zählt (1881) 6853 E., ist Sitz eines Bischofs und hat einen versandeten Hafen, Landbau und Fischerei. Die Kathedrale San-Pietro steht auf der Stelle eines dem Jupiter Anxurus geweihten Tempels von welchem ein Teil in die Kirche verbaut ist. Auf der vorspringenden höchsten Spitze des Vorgebirges befinden sich die Ruinen eines Schlosses Theodorichs d. Gr., von wo aus man eine herrliche Aussicht über die Küste des Golfs von Gaëta genießt. Bei T. beginnt die Vegetation Palmen und Kakteen aufzuweisen. Die Stadt gehörte vom 6. bis 9. Jahrh. dem byzant. Reiche und war dem Thema Sicilien zugeteilt. —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 570Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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