Tetens (Joh. Nik.), deutscher Philosoph, geb. 1736 zu Tetenbüll in er in Bützow Professor der Physik und Direktor des Pädagogiums gewes Philosophie und später auch der Mathematik zu Kiel; 1789 berief man ihn in eine hohe Finanzstellung nach Kopenhagen, wo er 1805 starb. Neben einer physikalisch-mäthematischen Schriftstellerthätigkeit entwickelte er auch eine lebhafte Energie auf dem philosophischen Gebiete; er schrieb: Gedanken über einige Ursachen, warum in der Metaphysik nur wenige ausgemachte Wahrheiten sindo (Butzow 1760), Abhandlung von den vorzüglichsten Beweisen des Daseins Goktesv (Bützow u. Wismar 1761), (Commentatio de principio minimi (Bützow 1769), clüber den Ursprung der Sprache und der Schrifte (Bützow und Wismar 1772), Küber die allgemeine spekulative Philosophies (Bützow 1775), hauptsächlich aber „Philosophische Versuche über die menschliche N (2Bde., Lpz. 1776 u. 1777). Dieses vortreffliche Werk macht ihn zu dem bedeutendsten unter den empirischen Psychologen der vorkantischen Zeit in Deutschand; er ist gegenüber der nervenphysiologischen Tendenz ein glücklicher Vertreter der Methode der innern Erfahrung und ihrer Analyse. erster Linie verdankt die Psychologie die Einführung des Empfindungsvermögensv zwischen Vorstellen und Begehren und dam von Denken, Fühlen und Wollen. Auch streift er in den erkenntnistheoretischen Teilen des Werks vielfach Gedanken, „Inauguraldissertatior hatte. Vgl. Fr. Harms, Die Psychologie des Johann Nikolaus T.v (Berl. 1878).