FeedHarms (Friedr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Harms (Friedr.), philos. und publizistischer Schriftsteller, geb. zu Kiel 24. Okt. 1819, studierte Naturwissenschaften und Philosophie zu Kiel und Berlin, habilitierte sich 1842 zu Kiel für die philos. Disciplinen, wurde 1848 zum außerord., 1858 zum ord. Professor daselbst ernannt und folgte 1867 in gleicher Eigenschaft einem Rufe an die Universität zu Berlin. Seit 1873 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften daselbst. Er starb in Berlin 5. April 1880. H. schrieb: »Der Anthropologismus in der Entwickelung der Philosophie seit Kante (Opz. 1845), Prolegomena zur Philosophiev (Braunschw. 1852), „Die Philosophie Fichtes nach ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Bedeutungy (Kiel 1862), Abhandlungen zur systematischen Philosophie⸗ (Berl. 1868), Zur Erinnerung an Hegels 100jährigen Geburtstago (Berl. 1871), «A. Schopenhauers Philosophien (Berl. 1874), cüber den Begriff der Psychologien (Berl. 1874), „Die Reform der Logiko (Berl. 1874), «„Die Philosophie seit Kante (Berl. 1876), aliber den Begriff der Wahrheite (Berl. 1876), Psychologie, Logik und Ethik (Berl. 1877), Die Formen der Ethik' (Berl. 1878), Die Philosophie in ihrer Geschichte (Tl. u. 2, Berl. 187881). Im J. 1818 war er mit Mommsen Redacteur der „Schleswig-Holsteinischen Zeitungo. Harms (Georg Ludw. Detlev Theod.), Pastor in Hermannsburg und Begründer der hermannsburger Mission, geb. 5. Mai 1808 zu Walsrode im Fürstentum Lüneburg, studierte 1827—30 zu Göttingen Theologie, war dann Hauslehrer in Lauenburg und Lüneburg und wurde 1844 der Gehilfe, 1849 der Nachfolger seines Vaters im Amte eines Predigers zu Hermannsburg. Im J. 1849 begründete er in Hermannsburg eine eigene Missionsanstalt, wo Zöglinge meist aus dem Handwerkerstande in streng konfessionell-luth. Geist unterwiesen wurden, um als Missionare besonders nach Afrika zu gehen. Als Prediger war H. wegen der Lebendigkeit und Volkstümlichkeit seiner Rede sehr beliebt. Von seinen gedruckten Predigten sind die bedeutendsten die «Evangelienpredigten»(S. Aufl., Hermannsburg 1877) und die «Epistelpredigteno (2. Aufl., Hermannsburg 1875). Von sonstigen Schriften seien erwähnt: „Gebetbuch für Missionsstunden» (Hermannsburg 1867) und «Goldene Apfel in silbernen Schalen» (6. Aufl., Hermannsburg 1875). H. starb 14. Nov. 1865. Vgl. Theodor Harms, «Lebensbeschreibung des Pastors Louis H.v (4. Aufl., Hermannsburg 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 852Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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