Suabedissen (Dav. Theod. Aug.), philos. Schriftsteller, geb. 14. April 1773 zu Melsungen in Niederhessen, studierte Theologie zu Marburg. Im J. 1800 wurde er Professor der Philosophie an der Schule zu Hanau, legte aber 1803 diese Stelle nieder, um eine Erziehungsanstalt in Homburg vor der Höhe anzulegen, die er bald nach Hanau verpflanzte, und bekleidete sodann mehrere Lehrerstellen in Lübeck (seit 1805), in Kassel (seit 1812) und als Instruktor des frühern Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen. Hierauf wurde er 1822 als ord. rofessor der Philosophie in Marburg angestellt, wo er 14. Mai 1835 starb. Anfangs begeisterter Kantianer, sträubte er sich jedoch bald gegen den Kantschen Formalismus und suchte bei Spinoza, Fichte, Schelling, Jacobi eine freiere philos. Überzeugung, welche er in seiner gekrönten Preisschrift „Resultate der philos. Forschungen über die Natur der menschlichen Erkenntnis von Plato bis Kant⸗ (Marb. 1805) aussprach. Eine zweite Preisschrift erschien unter dem Titel «Küber die innere Wahrnehmunge (Berl. 1808). Am vollständigsten sprach er seine philos. Überzeugung aus in seinem Werke „Die Betrachtung des Menschen » (3 Bde., Kass. 1815—16 u. Lpz. 1818). Andere Schriften von ihm sind: 4Zur Einleitung in die Philosophie» (Marb. 18271, 4Grundzüge der Lehre von dem Menschen» (Marb. 1829), „Von dem Begriff der Psychologie (Marb. 1829), „Die Grundzüge d philos. Religionslehres (Marb. 1831), Die Grun! züge der Metaphysik» (Marb. 1836). 2576*9redung, hieß bei den Römern die Göttin der Über redung oder liherzeugung. Die Griechen verehrte sie unter dem Namen Peitho. Ihr soll zusan men mit Aphrodite (Venus) Theseus in Athen zu Crinnerung an die Vereinigung der zerstreuten Be wohner Attikas einen Kultus eingerichtet haben In Sikyon hatte Peitho ein eigenes Heiligtum anderswo führte Aphrodite den einamen Peitho Gewöhnlich galt Peitho für eine Begleiterin de Liebesgöttin, wie sie auch eine Tochter derselben sein sollte. Vgl. Jahn, Peithov (Greifsw. 1846). In modernem Sprachgebrauch bezeichnet Suade einen angenehmen, fließenden Vortrag; als Vul gärausdruck (Schwade) ist es gleichbedeutend mit Redefluß, gutes Mundwerk u. s. w.