Skolien (grch. Skolion, Plur. Skolia, wörtlich nach einigen Zickzackliede, d. h. ein in herüber⸗ und hinüberspringender Reihenfolge vorgetragenes Lied) hießen bei den Griechen kurze, oft nur aus einer Strophe bestehende Lieder mannigfachen Inhalts, welche beim Trinkgelage nach der Mahlzeit gesungen wurden; der Singende hielt dabei wohl einen Myrtenzweig, den er dann irgend einem andern der Anwesenden übergab als Zeichen, daß die Reihe des Singens an diesem sei. Als Erfinder der S. wird Terpander von Lesbos genannt; er hat wohl dem ursprünglich rein volksmäßigen Trink⸗ oder Tischliede eine bestimmte musikalische und poetische Kunstform gegeben. Nach ihm sind die Lieder vieler namhafter Dichter als S. echt volkstümlich geworden. Manche S. bezogen sich auf histor. Ereignisse, wie mehrere erhaltene auf Harmodios und Aristogeiton, die Mörder des Pisistratiden Hipparch, andere waren religiösen, viele lehrhaften und gnomischen Inhalts. Die erhaltenen Stücke sind gesammelt von Ilgen, 4Scolia sive carmina convivalia Graecorumo (Jena 1798), in Schneidewins Delectus poesis Graecorumo (Gött. 1839) und in Bergks “Poetae lyrici graeciv (4. Aufl., Bd. 3, Lpz. 1882).