FeedTeubner (Benedictus Gotthelf)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Teubner (Benedictus Gotthelf), namhafter deutscher Verlagsbuchhändler und Buchdrucker, geb. 16. Juni 1784 zu Groß-Kraußnigk in der Niederlausitz, erlernte die Buchdruckerei bei Meinhold in Dresden, arbeitete dann als Gehilfe in Leipzig und Preßburg und übernahm 1806 die Leitung der Weinedelschen Druckerei in Leipzig, die er später käuflich erwarb und 1811 unter eigenem Namen fortführte. Dieselbe hat bis auf die neueste Zeit eine immer größere Ausdehnung erhalten, sodaß sie jetzt zu den bedeutendsten Buchdruckereien Deutschlands gehört. Mit ihr verbunden sind Schriftgießerei, Stereotypie und galvanoplastische Anstalt. Im J. 1832 gründete T. auch zu Dresden eine Buchdruckerei, die ihrer vorzüglichen Leistungen wegen vielfach mit Arbeiten der Staatsbehörden betraut wurde. Neben der Buchdruckerei gewann die von T. 1824 begründete Verlagsbuchhandlung große Bedeutung. Am 1. Jan. 1831 verband sich T. mit F. Claudius; von da an führte das Verlagsgeschäft bis zu dem Ende 1832 erfolgten Austritt von Claudius die Firma: B. G. Teubner und F. Claudius. Während früher der Verlag die Gebiete der Philologie, darunter die 1849 begonnene und weitverbreitete: «Bibliotheca scriptorum graecorum et romanorumy mit ihren kritisch revidierten Textausgaben in schöner Ausstattung und zu wohlfeilen Preisen, dann der Altertumswissenschaft, Geschichte, Theologie und Mathematik umfaßte, ist in neuerer Zeit die Thätigkeit der Verlagshandlung vorzugsweise auf die Gebiete der Philologie und Altertumswissenschaft, der Mathematik und der Litteratur des Unterrichts für höhere Lehranstalten gerichtet. Am 1. April 1842 var T.s ältester Schwiegersohn, Eduard Koch, — Us Teilhaber in das Geschäft eingetreten, zog ich aber 1. Juli 1854 aus Gesundheitsrücksichten wieder zurück. Er starb 29. Juni 1883. An seine Stelle trat T.s zweiter Schwiegersohn, Christian Adolf Roßbach, am 1. Okt. 1853 als Teilhaber ein. T. starb 21. Jan. 1856. Die Geschäfte in Leipzig und Dresden gingen an seine Schwiegersöhne Roßbach und Albin Ackermann über, welche dieselben unter der Firma B. G. Teubner fortführten und im J. 1872 August Schmitt, seit 1847 im Geschäft thätig und von der Universität Jena zum Dr. phil. honoris causa ernannt, als Teilhaber für die Verlagshandlung aufnahmen. Als Teilhaber sämtlicher Teubnerschen Geschäfte in Leipzig und Dresden traten die Söhne der beiden Besitzer ein: Arthur Roßbach am 1. Juli 1875 und Alfred Ackermann am 1. Juli 1882. Nach dem am 18. Okt. 1882 erfolgten Tode Arthur Roßbachs werden die Geschäfte von Adolf Roßbach, Albin und Alfred Ackermann und Dr. August Schmitt unter der Firma B. G. Teubner fortgeführt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 584Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sagen & Mythen 6