FeedHänel (Eduard)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Hänel (Eduard), berühmter Buchdrucker, geb. 2. April 1804 zu Magdeburg, übernahm nach seines Vaters Tode 1824 dessen Buchdruckerei und entwickelte eine unermüdliche Thätigkeit, um den Buchdruck gegen die Konkurrenz der Lithographie zu waffnen; 1828 ließ er aus England eine Congrevedruckpresse kommen, welche den Druck von mehrern Farben zugleich ermöglichte und den Druck der Etiketten besser und billiger als die Lithographie besorgte, 1830 errichtete er eine Schriftgießerei und Stereotypie und 1844 erwarb er die erste Typengießmaschine, die in Amerika erfunden worden war. Seine Gießerei versorgte einen großen Teil von Deutschland mit neuen zierlichen Schriften, Einfassungen und besonders mit den Polytypen, welche die Zeichnungen der Lithographie ersetzten. Zu Anfang der dreißiger Jahre übersiedelte er nach Berlin. Seine Bunt⸗ und Golddrucke, seine Herstellung von Wertpapieren wurden Muster der Nacheiferung und begründeten den modernen Accidenzsatz. ach seinem Tode (16. Aug. 1856 zu Berlin) ging die berliner Druckerei und Schristgießerei in den Besitz von W. Gronau über, der den alten Ruf derselben trefflich zu erhalten weiß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 813Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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