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NaturlehreBrockhaus 1882

Thales, der früheste griech. Philosoph und Führer der sog. ionischen Naturphilosophie, geb. um 640 v. Chr. zu Milet in Kleinasien, widmete ch zuerst öffentlichen Angelegenheiten, dann auschließend spekulativen Forschungen. Das Altertum berichtet auch von Reisen, die er nach Agypten emacht habe, um den Unterricht der dortigen riester zu genießen. Wahrscheinlich beruhen manche der ihm zugeschriebenen geometrischen Lehren, so auch die Voraussetzung einer Sonnener auf orient., vielleicht babyl. Tradition. „war als Politiker hervorragend, und daran duner sich eine gewisse moralisierende Reflexion, aher er unter die Sieben Weisen gerechnet wurde. Zugleich pflegt er an die Spitze der Geschichte der Philosophie gestellt zu werden. Seine Lehre scheint sich nur mündlich fortgepflanzt zu haben. Ihre Bedeutung besteht darin, daß er zuerst sich von allen mythol. Vorstellungen frei zu machen suchte und rein wissenschaftlich die Frage nach dem Grunde oder Urstorff der Dinge stellte. Die von T. angefangene Richtung des Philosophierens wird als Hylozoismus, d. h. Lehre von einer ewigen beseelten Weltmaterie, bezeichnet. Eine solche glaubte er im Wasser gefunden zu haben, welches er sich als die lebenerzeugende Flussigkeit dachte, aus welcher alle Dinge entstanden wären und fortwährend entstünden. Auch den Magnet und Bernstein hielt er für beseelt und nahm eine Erfüllung des Weltalls mit göttlichen Lebenskräften an. Vgl. Ritter, Geschichte der ion. Philosophiev (Berl. 1821); Seydel, «Der Fortschritt der Metaphysik unter den ältern ion. Philosopheno (Lpz. 1861). HH (Fahrt zu Thale), die Fahrt der Schiffe stromabwärts, im Gegensatz zu Bergfahrt, der Fahrt stromaufwärts. Tyalia oder Thaleia, eigentlich die Blühende, ist eine der neun Musen (s. d.), welche später be-Run t als Muse der Komödie betrachtet wurde. on ihr und Apollon sollen die Korybanten abstammen. In der modernen Mythologie gilt T. im allgemeinen für die Beschützerin des Schauspiels, und ihr sind die Theater geweiht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 596Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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