FeedThallium
NaturlehreBrockhaus 1882

Thallium (von 94½0s, ein junger Zweig) ist der Name für ein metallisches Element (chem. Zeichen II; Atomgewicht = 204), von dem Engländer Crookes 1861 durch die Spektralanalyse entdeckt und von Lamy in Paris 1862 näher untersucht. Es findet sich in den zinkhaltigen Bleierzen des Unterharzes, im Eisenkies, Kupferkies, in dem Schwefelsäureschlamme derjenigen Schwefelsäurefabriken, die mit Schwefelkies (Pyrit) arbeiten, in manchen Sorten von Wismut, Tellur und Kadmium, als fast steter Begleiter des Rubidiums und Cäsiums in vielen Mineralwässern u. s. w. Es wird in größern Mengen aus dem Schwefelsäureschlamme, z. B. zu Oker am Harze und zu Aussig an der Elbe dargestellt, indem man aus der Lösung des T. das Metall durch Zink fällt und dann umschmilzt. Das T. ist dem Blei sehr ähnlich, weiß mit einem Stich ins Bläulichgraue, weich, wenig zähe, aber sehr hämmerbar. Es schmilzt bei 290 C. und verflüchtigt sich in der Rotgluhhize; beim Erkalten krystallisiert es und beim Biegen knirscht es wie das Zinn. Eine nicht leuchtende Gasflamme wird durch T. grün gefärbt; sein Spektrum hat eine einzige grüne Linie von scharfer Begrenzung. Es orydiert sich an der Luft sehr leicht, weshalb es unter Wasser oder mit geschmolzenem Paraffin überzogen aufbewahrt wird. Seine Oxydationsstufen verhalten sich dem des Bleies analog. Man stellt jetzt auch optische Gläser mit Thalliumoxyd (Thalliumglas) dar; ferner verwendet man

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 596Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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