Theodosius d. Gr.ĩ (Halle 1874). Sein Enkel, Theodosius II. oder der Jüngere, „folgte, nur erst 7 J. alt, 1. Mai 408 n. Chr. seinem Vater Arcadius als oström. oder byzant. Kaiser. Für ihn, der seine Zeit am liebsten zwischen Andachtsübungen, übungen im Schönschreiben (daher Kalligraphos genannt), der —-ᷣ. und dem Reiten teilte, leitete die Staatsgeschäfte seit des ausgezeichneten Präfekten Anthemius Rücktritt 414, die damals zur Augusta erhobene, reich begabte Prinzessin Vulcheria, des T. nur zwei Jahre ältere Schwester. Ihre Rivalin aber wurde die Dame, die sie selbst 421 dem Bruder als Gattin zugeführt hatte: des athen. Rhetors Leontios schöne und geistvolle Tochter Athenais, als Christin Eudokia genannt, die aber endlich 444 den Hof verlassen und bis zu ihrem Tode 460 in Jerusalem in freiwilligem Exil leben mußte. Der Kaiser seinerseits starb Ende Juli 450. Nach ihm wird benannt der Theodosianische Coder, eine unter seiner Regierung im J. 435 begonnene umfassende Codifikation aller seit Konstantin d. Gr. erschienenen allgemeinen kaiserl. Erlasse. Die Sammlung wurde 438 für das östl. Reich als Gesetzgebung veröffentlicht und 443 auch in dem Abendlande angenommen. Sie besteht aus 16 Büchern; die fünf ersten (diese teils nur im Auszug, teils in Fragmenten erhalten) enthalten das Privatrecht, die übrigen das Staats⸗, Verwaltungs⸗ und Kriminalrecht. Unter den ältern Ausgaben ist wegen des trefflichen Kommentars die von Gothofredus (Leid. 1665; neue Ausg. von Ritter, Lpz. 1736), unter den neuern die von Hänel (Bonn 1842) wegen Vollständigkeit und Behandlung des Textes ausgezeichnet.