FeedTheodosius I.
GeschichteBrockhaus 1882

Theodosius I., der Große, röm. Kaiser 379 395, war 346 n. Chr. zu Cauca im nördl. Spanien geboren. Sein ausgezeichneter Vater Flavius T. hatte unter Valentinian I. Britannien 367 — 370 vortrefflich regiert und glücklich gegen die Picten und Scoten verteidigt, darauf in Afrika 373—375 den maurischen Fürsten Firmus, der sich mit Hilfe der Donatisten und anderer Unzufriedener eines Teils der röm. Provinz bemächtigt hatte, unterworfen, war aber zu Anfang des J. 376 unter Kaiser Gratian auf Grund von Intriguen zu Cohn d unschuldig hingerichtet worden. — Der Sohn diente zuerst unter seinem Vater, und erhielt 374 das Kommando in Mösien. Nach Ermordung des Vaters ging er aber nach Spanien zurück, wo er als Privatmann lebte, bis nach der Niederlage des Kaisers Valens durch die Goten bei Adrianopel (378) der nunmehrige Herr des Gesamtreichs, Gratian, 19. Jan. 379 ihn zur Mitregentschaft berief und ihm den Osten überwies. T. setzte den furchtbaren Verheerungen der Goten in den Ländern südlich der Donau durch tüchtige Kriegführung und kluge Unterhandlungen allmählich ein Ziel. Den Westgoten wurden, als sie sich endlich (bis Ende Okt. 382) insgesamt zum Frieden bequemten, feste Sitze in Mösien angewiesen und 40000 von ihnen in röm. Kriegsdienst aufgenommen. Gratian wurde 383 durch Maximus, der in Britannien und Gallien als Usurpator auftrat, gestürzt. T. erkannte den Sieger vorläufig an; doch bewirkte er, daß Gratians Bruder, Valentinian II., unter der Vormundschaft seiner Mutter Justina, Afrika, Italien und Illyricum behielt. Als nachher Maximus 387 in Italien einfiel, zog T., der jetzt in zweiter Ehe die schöne Galla, Tochter der nach dem Ostreiche geflüchteten Justina, heiratete, 388 gegen ihn und zertrümmerte die Macht des Usurpators. Zum Verwalter des Westens unter Valentinian bestellte T. den bewährten fränk. Feldherrn Arbogast. Indessen geriet dieser mit Valentinian nachmals in Zwist, ließ ihn 392 töten und erhob den Eugenius zum Kaiser. Im J. 394 schlug jedoch T. den Arbogast bei Aquileja, worauf Eugenius getötet wurde. T. war nun alleiniger Herrscher; aber schon 17. Jan. 395 starb er zu Mailand, nachdem er seinen ältern Sohn Arcadius im Osten, den jüngern Honorius im Abendland als Nachfolger bestimmt hatte. Die dunkle Schattenseite der Regierung des sonst vielfach ausgezeichneten T. war die fanatische Härte, mit welcher er seit 380einer seits auf Kosten der Arianer dem orthodoxen Katholizismus des Symbols von Nicäg die Alleinherrschaft in seinem Reiche zu verschaffen, andererseits aber dem Kultus und den Heiligtümern der antiken Heidenwelt in den griechischen und in den orient. Provinzen den Untergang zu bereiten suchte. Berühmt ist die Kirchenbuße, der er sich gegenüber dem ischof Ambrosius von Mailand unterwarf,‚ nachdem er im April 390 in wildem Zorne zur tStrafe für eine blutige Meuterei in Thessalonich „ein grauenhaftes Blutbad hatte anrichten lassen. egl. Güldenpenning und Ifland, „Der Kaiser

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 618Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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