FeedTheopompos
ErdkundeBrockhaus 1882

Theopompos, griech. Geschichtschreiber, war um 380 v. Chr. auf der Insel Chios geboren, mußte aber diese seine Heimat schon als zweijähriger Knabe verlassen, da sein Vater Damasistratos, ein reicher Mann sehr vornehmen Geschlechts, wegen seiner lakonischen Gesinnung verbannt wurde. Als Jüngling ging T. nach Athen und hörte den als Lehrer der Beredsamkeit berühmten Isokrates, trat auch zunächst in verschiedenen Teilen Griechenlands und Kleinasiens als Kunstredner auf, widmete sich aber in reiferm Alter auf Rat des Isokrates anz der Geschichtschreibung, die bei aristokratischer Färbung und großer Tadelsucht eine gegen Athen feindliche Tendenz zeigte. Im J. 334 v. Chr. wurde ihm durch Vermittelung Alexanders d. Gr. die Rückkehr in seine Heimat gestattet, aber bald nach Alexanders Tode wurde er wieder vertrieben und ging Dac kürzerm Aufenthalt an verschiedenen Orten nach Agypten, wo er anfangs nur durch die Fürsprache einiger Freunde vor der Feindseligkeit des Königs Ptolemäos I. geschützt wurde, dann aber ruhig sein Leben beschlossen zu haben scheint. Seine Hauptwerke waren die Hellenica, in 12 Büchern, eine Fortsetzung des Geschichtswerks des Thucydides, welche die J. 411—394 v. Chr. umfaßte, und die Philippicas, in 58 Büchern, welche die Geschichte aller griech. Staaten während der Regierung König Philipps II. von Macedonien (360 -336 v. Chr.) darstellten. Die Fragmente dieser Werke sammelten Eysson Wichers (Leid. 1829) und C. Müller (EFragmenta historicorum Graecorumv, Bd. 1, Par.1841).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 623Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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