Thiers, Hauptstadt eines Arrondissements des franz. Depart. Puy-de-Döme, an der rechts zum Dore gehenden Durolle in 400 m Höhe im Forezgebirge, Station der Linie St.⸗Etienne-Clermont der Paris-Lyon ⸗Mittelmeerbahn, ist eine der eigentümlichsten, malerischsten und industriereichsten Städte Frankreichs. Ihre Lage am steilen Abhange des 623 m hohen Besset macht, daß die Straßen fast Treppen gleichen, an denen sich die Häuser eins über dem andern erheben, während der Fluß zwischen düstern Felsen in tief eingeschnittener Schlucht fließt. Die Kirchen St.⸗Genes und du Moütier sind Bauten des 11. Jahrh.; auch gibt es hier mehrere aus dem 15. Jahrh. stammende Häuser. Die (1881) 10394 (Gemeinde 15333) C. fabrizieren hier und in der Umgegend seit 300 Jahren grobe Messerschmiedewaren, jetzt in 416 Werkstätten durch 12000 Arbeiter, während andere 8000 die Hefte fertigen, so- wie Leder und Papier, Kerzen, Wachs⸗ und Quincailleriewaren. T. erscheint unter ihrem mittellat. Namen Tigernum bereits zur Zeit der Merovinger, war im 12. Jahrh. eine Vizegrafschaft und gehörte bis 1790 zur Auvergne.