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BaukunstBrockhaus 1882

Thouars, Stadtimfranz. Depart. Deux-Sovres, Arrondissement Bressuire, auf einer steilen Höhe rechts am Thouet, Station der Linie Tours-Les Sables d'Olonne der Staatsbahnen und der Linie Saumur-Montreuil-Niort der Seudre-Lokalbahn, zählt (1881) 3535 C. und hat Leinweberei, Fabrikation von Messerschmiedewaren, Leder und Hüten, sowie Handel mit Getreide, Vieh und Pferden. Das von den Herzögen de la Tremouille erbaute ausgedehnte Schloß stammt aus dem 16. Jahrh. und dient jetzt als Gefängnis; es ist auf senkrecht über dem Flusse aufsteigenden Felsen erbaut und hat Mauern von 6—7 m Dicke; die 1514 beendete got. Schloßkapelle ist ein schönes Bauwerk got. Stils und hat eine in den Felsen gehauene Krypta mit der Gruft der de la Tremouille. Bemerkenswert sind auch die zum Teil aus dem 12. und 13. Jahrh. stammenden Stadtmauern mit Türmen. T., mittellat. Thoarcis, Thoarcium und Touarcium, war ehemals Hauptort einer das nordwestl. Poitou umfassenden Vizegrafschaft, deren mächtige Herren fast immer Parteigänger der englischen Könige waren bis 1372, in welchem Jahre Duguesclin die Stadt eroberte; später gehörte T., schließlich als Herzogtum, dem Hause de la Tremouille.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 658Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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