FeedTimon
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Timon, ein durch seinen bittern Menschenhaß bekannter Athener (daher der Misanthrop genannt), Sohn des Echekratides aus dem Gau Kolyttos, Zeitgenosse des Sokrates, stritt mit der Waffe des beißendsten Spottes und der übelsten Laune gegen das damals in Athen einreißende Sittenverderben und vermied dabei allen Umgang mit Menschen und baute sich ein abgelegenes, turmähnliches Haus. Er diente wiederholt den Komikern zur Zielscheibe ihres Witzes; die Komödie Timono von Antiphanes ist verloren, aber von Lucian in einem seiner witzigsten Dialoge, dem „Timon », benutzt, und Shakespeare hat von ihm die Charakterperson seines Stücks «T. von Athen⸗ entlehnt. Vgl. Binder, «liber T., den Misanthropen⸗ (Ulm 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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