FeedTydeus
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Tydeus, Sohn des Oneus und der Periböa, floh, weil er einen Bruder oder Oheim oder die Söhne eines Oheims erschlagen hatte, nach Argos zu Adrastos, der ihn vom Morde reinigte und ihm seine Tochter Deipyle zur Gemahlin gab, die ihm den Diomedes gebar. Mit Adrast zog er hierauf gegen Theben, wo er aufs tapferste kämpfte, aber von Melanippos verwundet wurde. Dem Verwundeten erschien Athene, um ihn mit einem von Zeus erhaltenen Mittel unsterblich zu machen. Unterdessen hieb Amphiaraos dem Melanippos den Kopf ab und brachte diesen dem T., der ihn spaltete und das Gehirn verzehrte. Hierüber empört, wendete Athene jenes Mittel nicht an. So starb T. Er wurde von Mäon begraben. „Tyl (Joseph Cajetan), czech. Novellist, Dramatiler und Schauspieler, geb. 4. Febr. 1808 in Kuttenberg, sludierte in Prag Philosophie, ging aber bald zum Theater über und trat 1829 in Pilsen zum ersten mal als Schauspieler auf. Er war dann als Theaterdirektor oder Dramaturg an verschiedenen Orten Böhmens, besonders in Prag thätig, und trug wesentlich zur Hebung der czech. Bühne bei. Auch schrieb und übersetzte er selbst gegen 40 Theaterstücke; die bekanntesten sind: Frau Marianna, „Der Dudelsackpfeifer von Strakonitzo, „Johann Hußv. Am meisten verdient machte er sich aber durch seine leichten populären Erzählungen, die eine große Verbreitung im Volke fanden; für am gelungensten gilt der Roman Das Dekret von Kuttenbergs aus der Hussitenzeit. T. gab auch einige Zeit eine litterarische Zeitung heraus; er tarb 11. Juli 1856 in Pilsen. „Sebrané Spisy v (Gesammelte Werker, 14 Bde., Prag 1857—50); Biographie T.s von Turnovskh (gzech., Prag 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 932Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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