Timothéeus, berühmter athenischer Diplomat und Flottenführer, Sohn des Konon, Schüler des Isokrates, half sehr wesentlich den zweiten Seebund der Athener begründen, schlug im Kriege zwischen dem mit Theben verbündeten Athen und Sparta 375 v. Chr. die peloponnesische Flotte bei Alyzia und gewann den Athenern die Inseln Kephallenia und Kerkyra und die Akarnanen und Epiroten zu Bundesgenossen. Da ihm aber infolge der Intriguen seiner Gegner der Oberbefehl abgenommen und dem Iphikrates übertragen wurde, ging er nach Asien in die Dienste des Perserkönigs (372). Nachdem er nach Athen zurückgekehrt, wurde er mit einem Geschwader von 30 Schiffen ausgesandt, um Ariobarzanes, den pers. Statthalter im hellespontischen Phrygien, zu unterstützen (366). Er eroberte bei dieser Gelegenheit die Insel Samos den Athenern (365), befestigte auch die Macht derselben im Hellespont und erhielt dafür das Kommando in Thrazien an Stelle des Iphikrates (364). Während des Bundesgenossenkriegs erhielt er nach dem Tode des Chabrias neben Chares und Iphikrates den Oberbefehl über die Flotte (356), wurde aber, da Chares die Schuld einer Niederlage, die er bei Chios erlitten, auf seine Kollegen wälzte, mit Iphikrates abberufen und (354) wegen Verrats angeklagt, auch mit einer Geldstrafe von 100 Talenten belegt. Unwillig über diese völlig unverdiente Schmach, begab er sich nach Chalkis und starb hier noch in demselben Jahre. Einen Abriß seines Lebens hat Cornelius Nepos gegeben.