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TierreichBrockhaus 1882

Timor, die wichtigste und größte der Kleinen Sunda-Inseln in Hinterindien, mit einem Flächeninhalt von 32586 qkm, ist zum Teil fruchtbar, zum Teil sandig und steril, das Klima sehr heiß und die Luft an der Küste sehr ungesund. T. bildet als das südöstl. Glied der genannten Inselreihe in zoolog. und botan. Hinsicht einen Übergang zu Australien. Die Haupterzeugnisse aus dem Pflanzenreiche sind Mais, Palmenzucker, Sandelholz und Wachs, auch gedeihen daselbst die meisten spezifischtropisch-indischen Gewächse. Das Mineralreich gewährt Gold und Kupfer. Aus dem Tierreiche finden sich Beuteltiere, fliegende Hunde (Pteropus edulis), Papageien, Krokodile, Schildkröten, Schlangen, Skorpione und Bienen. Ein wichtiger Handelsartikel ist der Trepang oder Tripang (s. d.). Die Einwohner, etwa 600000, sind Papuas, sowohl rein als mit Malaien, Chinesen, Portugiesen und Niederländern vermischt. Der südwestl. Teil der Insel gehört den Niederländern und bildet mit den Nachbarinseln Flores, Sumba, Sawu, den Solor⸗ und Allorinseln, sowie Rotti die Residentschaft T. mit einem Areal von 48980 qkm mit 900000 E. Von der Hauptinsel T. besitzen aber die Portugiesen die Nordostküste mit dem Hafenorte Delli, dem Sitze des Gouverneurs, und außerdem noch die nördlich gelegene Insel Kambing, zusammen 16300 akm mit 250000 E. Der Hauptort der niederländ. Residentschaft T. ist Kupang, unweit der Südwestspitze der Insel an der Bai gleichen Namens. Vgl. Bastian, Indonesien oder die Inseln des Malaiischen Archipelso (2. Lief.: «Timore, Berl. 1885); Forbes, A naturalist's wandering in the Eastern Archipelago (Lond. 1855; deutsch von Teuscher, Jena 1885).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 702Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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