FeedTrözen
ErdkundeBrockhaus 1882

Trözen, uralte, ursprünglich ionische Stadt im südöstl. Teile der Landschaft Argolis im Peloponnes, in der Sage berühmt als Geburtsort des Theseus und als Schauplatz der unglücklichen Wtas. der Phädra für ihren Stiefsohn Hippolytos. Infolge der dor. Wanderung von Doriern besetzt, langte die Stadt zu Macht und Blüte, wovon ihre Kolonie Halikarnaß in Karien Zeugnis gibt. T. nahm lebhaften Teil an dem Kriege gegen die Perser, stellte fünf Schifse zu der griech. Flotte, die bei Salamis kämpfte, gewährte damals den flüchtigen Frauen und Kindern Athens Zuflucht, unterstützte im Peloponnesischen Kriege Korinth gegen Kerkyra, und ward daher 430 und 425 von den Athenern arg heimgesucht. Im Korinthischen Kriege stand die Stadt 394 auf Spartas Seite und kämpfte 378 gegen Athen. In der macedon. Zeit wechselte sie mehrfach ihre Beherrscher, kam endlich (nach 243 v. Chr.) an den Achäischen Bund. Noch im 2. Jahrh. n. Chr. war sie, wie die Veschreibung des Pausanias darthut, nicht unbedeutend und reich an Sehenswürdigkeiten. Noch sind ausgedehnte, wenn auch nicht sehr ansehnliche Reste von ihr erhalten nordwestlich von dem Dorfe Damalaä, dem Hauptorte des Demos T. (Trizini) im Nomos Argolis, 4 Km vom Saronischen Meerbusen. Dort lag ihr Hasen Kelenderis an einer Bucht, welche von ihrer Gestalt den Namen Pogon, d. h. Bart, führte. In dem Schatten eines nahen Orangenhains hielt die dritte neugriech. Nationalversammlung 1827 ihre Sitzungen. Gegenüber dem Hafen liegt die Felseninsel Poros, von den Alten Kalauria genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 870Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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