FeedTischlerei
TechnikBrockhaus 1882

Tischlerei oder Schreinerei (frz. menuiserie, engl. joinery). Nach der Bestimmung der erzeugten Gegenstände unterscheidet man drei Hauptarten der T., nämlich: die Bautischlerei, welche Fußböden, Wandbekleidungen, Gesimse, Fenster, Thüren etc. herstellt; die Maschinentischlerei, welche hölzerne Maschinenbestandteile, sowie hölzerne Modelle für den Guß metallener Maschinenteile liefert: die Möbeltischlerei oder Möbelfabrikation, in ihrer höchsten Ausbildung Kunsttischlerei genannt. (S. Möbel.) Die erste Arbeit des Tischlers besteht in dem Zuschneiden der Stücke, wozu Bretter oder Bohlen von passender Länge, Breite und Dicke ausgewählt werden. Man macht die Vorzeichnung in Bleistift bei geradlinig begrenzten Stücken mittels des Lineals, des Streichmaßes und des Winkelmaßes, bei krummen und geschweiften Gegenständen mittels des Zirkels und des Modells, eines dünnen Brettes (oder einer Papptafel), welches nach der gewünschten Gestalt zugeschnitten ist. Alsdann schneidet man die Stücke, den Bleistiftlinien mit der Säge folgend, zu, und zwar benutzt man für geradlinige Gegenstände die OÖrtersäge, für krumme und geschweifte die Schweifsäge. Die Ausarbeitung der zugeschnittenen Stücke ersolgt in der Hauptsache mittels der verschiedensten Arten von Hobeln (s. d.), wobei die Oberfläche gelättet wird und zugleich die gewünschte Form erhält. Einzelne grobe Unebenheiten werden vorher mittels eines Stemmeisens und Schlägels beseitigt. Nachdem man das Ganze obenhin mit dem Schrubbhobel geebnet hat, fährt man fort, die Fläche nacheinander mit Schlicht⸗ und Doppelhobel zu bearbeiten, wobei man sie mittels des Richtscheits prüft. Krumme und 4aber an Stücke lrichtet man mit dem Schiffhobel, aber auch mit Raspel, Stechbeitel und Ziehklinge zu; Leisten und Gesimse werden mit Kehl⸗ und Karnieshobel ausgearbeitet. Das Zusammensetzen der einzelnen Teile geschieht mittels 90139 Nut und Feder, Zinken u. s. w. (s. unter olzverband), wobei meist auch Leim verwendet wird, seltener mittels eiserner Nägel und Schrauben. Über das Fournieren der Tischlerarbeiten s. Fournieren, sowie Fourniersäge und Fournierschneidmaschine: über eingelegte Arbeit s. Die Vollendung Marqueterie und Intarsia. ie Vollendungsarbeiten der T. sind Abschaben hervorgequollener Leimteile mittels stumpfer Stemmeisen, Abputzen der ahet Flächen mittels sehr wenig angreifender Hobel, Abziehen mit der Ziehklinge, Schleifen mit Bimsstein und Polieren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 714Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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