Holzstoff (Holzschliff oder Holzzeug) — im allgemeinen die Bezeichnung für die aus Holz ewonnenen kleinen Fasern, die eine weitgehende erwendung, namentlich als Ersatz der Hadern in der Papierfabrikation, außerdem zur düw. von Papiermaché, künstlichem Holz (s. d.) u. s. w finden. über den auf chem. Wege durch Kochen gewonnenen H., auch Holzeellulose genannt, s. Cellulose. Die Fabrikation des auf mechanischem Wege durch Schleifen (Holzschleiferei) hergestellten H. zerfällt in die Hauptoperationen: das Schleifen, das Sortieren und Raffinieren des ab— geschliffenen Stoffs und das Entwässern desselben. Um schönen H. herzustellen, bedarf es eines jungen, schwammig gewachsenen Holzes, welches möglichst reichhaltig an reiner Cellulose ist und wenig inkrustierende Materien enthält. Nadelhölzer liefern einen härtern, gelblichen, Laubhölzer einen weichern. weißen H. Hauptsächlich finden von erstern die Eche, Kiefer und Tanne, von den Laubhölzern die Esche, seltener die Birke und Linde bei der Holzstofffabrikation Verwendung. Die Vorrichtung des Holzes zum Schleifen geschieht, indem man es sorgfältig entrindet und von den Astknoten befreit; dann zersägt man es auf Kreissägen in Stücke von der Breite des Schleifsteins und spaltet diese noch in zwei oder drei Teile. Das Schleifen erfolgt in Zerfaserungsapparaten (Defibreuren), welche als arbeitendes Werkzeug einen Schleifstein besitzen, der sich gewöhnlich um eine horizontale Achse dreht und gegen dessen Peripherie die Holzstücke mittels mechan. Vorrichtungen oder durch Wasserpressung in der Weise angedrückt werden, daß ihre Fasern parallel zur Achse liegen. Zur Vermeidung des Verschmierens und des Anbrennens wird der in einem Wassertrog laufende, aus grobem, gleichförmigem Sandstein hergestellte Schleifstein außerdem mit einem Wasserstrom bespritzt. Die Wes Herle Fig. 1 und 2 zeigen die Einrichtung eines Zerfaserungsapparats. Der auf der Welle B befestigte Schleifstein A läuft zwischen den Lagern C der Seitenschilder D; letztere bilden das Gehäuse des Steins und dienen fünf radial zur Steinachse gerichteten Speisevorrichtungen als Unterstützung. Dieselben sind zum selbstthätigen Nachschub eingerichtet, welcher von der Schleifsteinwelle B durch Friktion vermittelt wird, indem die Scheibe E fest an die mit Gummiringen überzogene kleinere Scheibe E gepreßt wird. Durch die mit Handrad H versehene Schraube kann die Welle G dieser Scheibe in vertikaler Richtung verstellt und hierdurch ein mehr oder weniger schneller Zuschub der zu schleifenden Hölzer bewirkt werden. Eine Schraube an der bezeichneten Welle setzt das zugehörige Schraubenrad auf der Welle K in Bewegung, deren Schraube L wieder mit dem Rad M an der Mutter der Preßspindel NX in Eingriff steht, dieselbe rotieren läßt und hierdurch die Proßspindel vorwärts schiebt. Die Riemenscheibe O auf jeder der Speisevorrichtungen wird von einem endlosen, alle Scheiben berührenden Gummiriemen in Bewegung gesetzt, wodurch ein gleichzeitiger Druck auf alle Speisevorrichtungen erzielt ist. Die Schrauben Nsind an dem einen Ende mit Traversen Pverbunden, die von den Verbindungsschrauben R geführt werden und auf das im Kasten 8 eingelegte Holz drücken. Um frische Hölzer einbringen zu können, ist die Mutter Mlösbar gemacht und für jeden Speiseapparat eine Welle mit Handrad T angebracht, auf welcher sich bei der Umdrehung zwei Riemen aufwinden, die den Kasten 8 hervorziehen. Das zum Schleifen nötige Wasser wird durch das Rohr U in dem untern, einen Trog bildenden Teil des Apparats zugeführt; der geschliffene H. findet auf der schiefen Ebene des Trogs seinen Abfluß. Von dem Defibreur gelangt der H., speziell Holzschliff genannt, in den Sortierapparat (Epurateur). Dieser besteht aus der Knoten-oder Reinigungsmaschine oder der Siebtrommel, den Sortiercylindern und dem Zeugfänger und setzt sich aus einer Reihe von Sieben mit immer feiner werdenden Offnungen zusammen, über welche der mit dem Wasser abfließende H. streift. Das Wasser fließt durch, während der H. je nach seinem Gehalt an gröbern oder feinern Teilen von der Reinigungsmaschine, den Sortiereylindern oder dem Zeugfänger zurückgehalten wird. Der in der Papier⸗ ko fabrikation zu verwendende H. wird gewöhnlich in st drei, seltener zwei verschieden feine Qualitäten sor-de tiert, und es werden demgemäß die von dem Sor⸗ H tierapparat abgefangenen gröbern Holzteile Nan⸗ v mals zerkleinert. Dies geschieht durch den Raffi-te neur, eine Art Mahlgang, mit zwei scharfen, hori-le zontal ubereinander gelegten Steinen, von denen n der untere, Bodenstein, aufliegt und nur der obere u (Läufer) rotiert. k Der fertige H. wird noch entwässert, was auf f einer der Pappenmaschine (s. unter chieht. Dl a-e brikation) ähnlichen Vorrichtung geschieht. Diese Maschine besteht aus einem großen Behälter, in welchen der Stoff einfließt. In dem vordern Teile des Behälters ragt ein liegender feiner Draht541 36 etwas über die Oberfläche des H. hervor. zei der Drehung dieses Drahteylinders bleiben die Holzfasern in ganz dünnen Schichten auf demselben hängen, —— sie von einem über mehrere Walzen gehenden Filztuche abgestreift und nach einer Presse —4 werden, die aus zwei übereinander liegenden starken eisernen Walzen besteht. Oft wird auch die Entwässerung durch Iydranlische ö oder Spindelpressen (s. Pressen) vorgenommen. Obgleich der H. eine verfilzungsfähige Masse bildet, die sich mit dem zur Papierfabrikation (s. d.) verwendeten Hadernganzzeug innig verbindet, so haftet demselben doch der übelstand an, daß er sich, namentlich unter der Einwirkung des Sonnenlichtes, bräunt. Man hat zwar zur künstlichen B 7 doch des 1 verschiedene Mittel vorgeschlagen; doch hat sich keins derselben praktisch bewährt.