Titänen waren nach der mythol. Anschauung der Griechen ein uraltes Göttergeschlecht, Kinder des Uranos (s. d.) und der Gäa. Auf Anstiften der letztern stieß einer der T., Kronos, den Vater vom Throne und entmannte ihn, worauf dieser seine Kinder verfluchte. Der Fluch ging in Erfüllung, indem Zeus, der Sohn des Kronos, nach langem und hartnäckigem Kampfe, der sog. Titanomachie, welche von spätern griech. und röm. Dichtern öfters mit der Gigantomachie, dem Kampfe der Götter gegen die Giganten, vermengt wird, mit Hilfe der Hekatoncheiren (100armiger Meerriesen) und der Cyklopen den Kronos und die übrigen T. besiegte, dieselben (mit Ausnahme des Okeanos, der auf seiten des Zeus im Kampfe stand) in den Tartaros hinabstürzte, wo sie, gefesselt, von den Hekatoncheiren bewacht wurden, und nun die neue Weltordnung unter der Herrschaft der olympischen Götter begründete. Name und Zahl der T., welche ohne Zweifel als Personifikationen gewaltiger, einer geregelten Weltordnung vielfach widerstrebender Naturkräfte zu betrachten sind, werden von den Alten verschieden angegeben. Nach der verbreitetsten Angabe sind es zwölf, sechs männliche (Okeanos, Koios, Kreios, Hyperion, Japetos und Kronos) und sechs weibliche (Theia,