Tisza-Füred, ungar. Marktflecken, s. u. Füred. „Titan schem. Zeichen Ti; Atomgewicht 50), ein metallisches Element, welches in seinem chem. Verhalten vielfach an Silicium erinnert, findet sich, wie letzteres, in der anorganischen Natur nur mit Sauerstoff verbunden, als Titansäure, und zwar teils frei, teils in Verbindung mit Basen. Die reine Titansäure kommt im Mineralreiche in drei durch ihre Krystallform voneinander verschiedenen Mineralien: dem Rutil, Brookit und Anatas, vor; unter raur Verbindungen ist das Titaneisen (titansaures Eisenoxydul) bemerkenswert, außerdem der Titanit (titansaurer und kieselsaurer Kalk). Im Titaneisen wurde das T. 1790 von Gregor, im Rutil 1795 von Klaproth entdeckt. Es ist nur sehr schwierig und auf umständliche Weise darzustellen. Gewöhnlich erscheint es als ein dunkelgraues, nicht krystallinisches Pulver vom Aussehen des mit Wasserstoff reduzierten Eisens. Es ist im höchsten Grade schwerschmelzend. Von Salzsäure wird es beim Erwärmen unter Entwickelung von Wasserstoff gelöst. Das T. gehört zu den Elementen, die sich mit Stickstoff zu in der Glühhitze beständigen Verbindungen vereinigen. In den Spalten der Eisenhohöfen, wo man titanhaltige Eisenerze verhüttet, findet man nicht selten und in ziemlicher Menge kupferrote, metallglänende Würfel (Titanwürfel), welche eine Verbindung sind von Titanstickstoff mit Cyantitan. n der Porzellandekoration benutzt man in bechränkter Weise das T. zur Erzielung gelber Farben. Auch grüne und ande Perer zum Malen und Anstreichen hat man aus T. darzustellen versucht. Die große Verwandtschaft des T. zum Stickstoff hat man zur überführung des Stickstoffs der Luft in Ammoniak benutzt, indem man die Titanstickstoffverbindungen in einem Strome Wasserstoff erhitzt, während die zurückbleibenden niedrigern Stickstoffverbindungen des T. beim Erhitzen in Stickstoff denselben wieder 2 Mfer durch abwechselndes Übergleiten von asserstoff und Stickstoff soll man einen kontinuierlichen Ammoniakstrom erzielen. Wegen des zu Ies erfah Vorkommens des Materials hat dieses Verfahren jedoch keine technische 4.— w Die Anwendung des T. als Zusatz um Stahl (Titanstahl), um dessen Oualität zu verbessern, hat sich nicht bewährt.